vermehrte Endokartitiden durch “Parodontose”- Behandlung?

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Auch das noch: Kaum haben sich die Paros ihre Nische in der großen Medizin geschaffen und hoffen auf deren Anerkennung, gibt es Knüppel zwischen die Beine. So so, die Frau Piper warnt also vor den Zahnsteinhaken: Die Kardiologin des Herz- und Diabeteszentrum NRW, Prof. Cornelia Piper, hat auf unzureichende Antibiotika-Therapien vor Parodontose-Behandlungen von Hochrisiko-Patienten hingewiesen. Ihre Studie, die auf dem vergangenen Kardiologen-Kongress vorgestellt wurde, habe ergeben, dass die Kardiologen-Leitlinie zur Behandlung von Hochrisikopatienten einen kontraproduktiven Effekt gehabt habe.Laut Piper empfehlen die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Hochrisiko-Patienten vor einem zahnärztlichen Eingriff einer Antibiotika-Therapie als Endokarditis-Prophylaxe zu unterziehen. Eine Stunde vor der Parodontose-Behandlung eingenommen, werde durch das Antibiotikum das Endokartitis-Risiko deutlich gesenkt. Vor 2007 sei diese Antibiotika-Prophylaxe auch Patienten mit einem vergleichsweise geringen Risiko empfohlen worden, erläuterte Piper.

In ihrer Studie habe Piper nun untersucht, ob die neue Leitlinie zu verstärkten Prophylaxe-Maßnahmen geführt habe. Ihr Ergebnis: „Das Kind wurde sozusagen mit dem Bade ausgeschüttet.“ Dass die Empfehlungen zu Vorsorgemaßnahmen auf die Hochrisiko-Patienten eingeschränkt wurden, habe dazu geführt, dass die Zahnärzte insgesamt weniger Antibiotika-Therapien auch bei hochgefährdeten Patienten durchführten.

Bereits 2003 hat Piper in einer Studie des Herz- und Diabeteszentrums untersucht, wie die Empfehlungen der Deutschen Kardiologischen Gesellschaft bezogen auf zahnmedizinische Eingriffe umgesetzt worden seien. „Es hat sich gezeigt, dass der sicherste Weg für unsere Patienten der sogenannte Patientenausweis darstellt, der mit den entsprechenden Leitlinien versehen dem jeweils behandelnden Arzt vorgelegt werden sollte“, erklärte Piper. „Zur Diskussion steht auch die Frage, ob nicht auch für Patienten mit einem sogenannten moderaten Risiko zur Endokarditis eine Antibiotika-Prophylaxe empfehlenswert ist. Hier fehlen aktuell noch belastbare Daten.“

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