Botschafter für die Mundhygiene

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Zahnarzt Klaus de Cassan behandelt auf den Philippinen ehrenamtlich Patienten

Abgefaulte Milchzähne, Karies soweit das Auge reicht, manchmal aber auch nicht mehr als nur noch ein Zahn im Mund. Das sind die Bedingungen, die der Laufenburger Zahnarzt Klaus de Cassan auf den Philippinen vorfand. Er engagiert sich ehrenamtlich beim „Hilfswerk Deutscher Zahnärzte“. De Cassan ist der einzige Zahnarzt hier am Hochrhein, der sich in diesem Rahmen einbringt.

„In anderen Ländern sind die Probleme viel größer als hier bei uns. Auf den Philippinen gibt es kaum Zahnärzte. Wenn man doch einen findet, sind sie für die Einheimischen praktisch unbezahlbar“, erklärt der Zahnmediziner. Er hat sich zum Ziel gesetzt, das Elend in Sachen Zahnhygiene zu bekämpfen. Für das „Hilfswerk Deutscher Zahnärzte“ war de Cassan wieder fünf Wochen auf den Philippinen. Viel zu reparieren gibt es aber bei den meisten Patienten nicht mehr. An Brücken und Kronen ist deswegen kaum zu denken. An erster Stelle steht die Schmerzbehandlung. Das ist oft mit dem Ziehen des Zahnes oder dessen Resten verbunden. „Anders als viele meiner Kollegen, reise ich nicht in das Land, um dort ausschließlich akute Schmerzen zu behandeln, sondern möchte richtige Vorsorge vermitteln. Natürlich habe ich nebenbei auch behandelt, aber das war nicht der Schwerpunkt“, erklärt de Cassan. 2009 begann er, die drei Säulen der Mundgesundheit zu transportieren. Dazu zählen eine vernünftige Mundpflege, eine zahngesunde Ernährung und eine gute Fluoridierung um Karies einzudämmen.

Neben der Aufklärung vor Ort bildet de Cassan auch weitere freiwillige Helfer aus. Sie sind die Botschafter für Zahnhygiene vor Ort, gehen in Schulen, Vorschulen und Kindergärten und klären Kinder und Eltern auf. Nach deren Ausbildung steht, wie in Deutschland üblich, eine Lernerfolgskontrollen, die mit einem Zertifikat bestätigt wird.

„Dort gibt es nicht die typische Angst vorm Zahnarzt wie in Deutschland. Bereits morgens beim Arbeitsbeginn drängen sich im Wartezelt über 50 Patienten. An Spitzentagen behandelte ich circa 160 bis 180 Patienten“, erläutert de Cassan.

Bis 2007 ist das Hilfswerk Deutscher Zahnärzte in über 53 Projekten weltweit engagiert. Die Organisation finanziert sich ausschließlich durch Spendengelder. Viele Zahnärzte bieten ihren Patienten bei einer neuen Krone an, das alte Zahngold diesem wohltätigen Zweck zu spenden. Da kommen pro Jahr ungefähr eine Million Euro zusammen. Alle eingesetzten Zahnärzte sind ehrenamtlich unterwegs. „Wir bezahlen sogar unsere Flugtickets und Anreisekosten aus der eigenen Tasche“, sagt de Cassan. Das Hilfswerk erhielt 1996 das begehrte Spendensiegel des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI).

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