Weisse Zähne und schwarze Schafe – zu hohe Zahnarzt Rechnungen und Fehldiagnosen

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Einige Zahnärzte verdienen das Vertrauen ihrer Patienten nicht. Bei einer Stichprobe für die NDR Dokumentation “Der große Zahnpflege-Check” machte fast die Hälfte der Zahnärzte Fehler bei der Diagnose oder schlug überflüssige und vor allem teure Behandlungen vor. Bei einem Patienten variierte die Höhe des Eigenanteils je nach Zahnarzt sogar zwischen 0 und 3400 Euro.

Für “Der große Zahnpflege-Check” haben drei Testpatienten Termine bei insgesamt 15 Zahnarztpraxen gemacht. Davor wurden alle Patienten von zwei Gutachtern gründlich untersucht. Diese haben unabhängig voneinander für jeden einen detaillierten Befund erstellt. Auf dieser Grundlage wurden die 15 Zahnärzte der Stichprobe beurteilt.

Einer Testpatientin riet ein Zahnarzt beispielsweise, sämtliche Amalgamfüllungen auszutauschen, obwohl diese intakt sind. Außerdem diagnostizierte er vier Mal Karies unter den Füllungen, obwohl die Patientin gesunde Zähne hat. Er empfahl Keramikfüllungen und Kronen. Eigenanteil für die Patientin: fast 900 Euro. Ein “medizinisch unsinniger Eingriff”, lautet das Urteil des Experten Dr. Eberhard Riedel, Zahnarzt und Autor mehrerer Studien zum Thema Qualität beim Zahnarzt. “Ein solches Verhalten ist unärztlich und unethisch”, so Riedel.

Ein anderer Testpatient benötigte Wurzelkanalbehandlungen und Füllungen an mehreren Zähnen. Sein Eigenanteil lag je nach Praxis zwischen 0 und 3400 Euro. Die großen Preisunterschiede lassen sich unter anderem mit den unterschiedlichen Steigerungsfaktoren erklären, mit denen die Ärzte kalkulieren. Ein Zahnarzt hatte für die Behandlung durchgehend mit dem 8-fachen Steigerungsfaktor gerechnet. LOVEFiLM – Online DVD Verleih – Wir lieben Filme!Nur einige wenige benutzen den Faktor 2,3, der als Richtwert für eine Behandlung ohne Komplikationen dient. Die Berechnung mit dem 8-fachen Satz sei sicherlich ein extremes Beispiel, sagt Dr. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer, allerdings sei dies auch nicht “völlig unüblich”.

Insgesamt sechs von 15 Zahnärzten schnitten in der Stichprobe schlecht ab. “Das kann sich ein Berufsstand nicht leisten”, so Eberhard Riedel. Er fordert, die Zahnärzteschaft sollte sich dringend des Themas “schwarze Schafe” annehmen. Die Bundeszahnärztekammer sieht allerdings trotz der NDR Ergebnisse keinen Handlungsbedarf.

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