Medizinische Dienst warnt vor Dumpingpreisen im Internet beim Zahnersatz

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Der Gang zum Zahnarzt kann teuer sein. Oft muss der Patient selbst tief in die Tasche greifen. Über das Internet boten deshalb Zahnärzte ihre Leistungen zu Dumpingpreisen an. Jetzt haben sich zwei Gerichte mit diesem neuen Trend befasst. Ein Beispiel ist die ,,Professionelle Zahnreinigung” (PZR). Sie ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum lebenslangen Erhalt der eigenen Zähne. Dafür muss der Patient durchschnittlich 100 Euro bezahlen. Viel Geld, deshalb ersteigerten Patienten diese Leistung lieber im Internet, die dort von Kettenpraxen oder bestimmten Zahnärzten zu sehr viel günstigeren Preisen angeboten wird. ,,Hier wird die zahnärztliche Leistung in unlauterer Weise zu Werbezwecken missbraucht, um Patienten zu bestimmten Zahnärzten zu navigieren, in der Hoffnung, dann dem Patienten weitere Leistungen anbieten zu können”, kritisiert der Medizinische Beratungsdienst der Zahnärzte (MDZ) in Aachen.

,,Eine Billig-PZR ist meist mit einer kurzen Behandlungszeit und entsprechend niedriger Behandlungsqualität verbunden,” warnt Dr. Sabine Köhler vom MDZ. Der Hintergrund: Auf der Grundlage eines Kooperationsvertrages hatten Zahnärzte mit einem Internetanbieter verschiedene zahnärztliche Leistungen (Zahnreinigung, Bleaching, kieferorthopädische Zahnkorrektur, Implantatversorgung, prothetische Versorgung, Zahnfüllung) über dessen Portal mit Rabatten bis zu 90 Prozent und zu Festpreisen beworben und im Rahmen eines ,,Deals” für eine zeitlich begrenzte Laufzeit angeboten, berichtet die Zahnärztekammer Nordrhein in Düsseldorf. Sie hat in erster Instanz erfolgreich Unterlassungsansprüche wegen der Werbung für zahnärztliche Leistungen über Gutscheinportale im Internet geltend gemacht. In zwei Verfahren gegen Zahnärzte vor dem Landgericht Köln hat das Gericht bestätigt, dass die Werbung für zahnärztliche Leistungen mit Rabatten und zu Festpreisen berufsrechtswidrig und somit wettbewerbswidrig ist (Az. 31 O 767/11, rechtskräftig, und Az. 31 O 25/12, nicht rechtskräftig).

In einem weiteren Verfahren gegen das Internetportal hat das Landgericht Berlin ebenfalls die beanstandete Werbung für zahnärztliche Leistungen für wettbewerbswidrig erachtet und zudem die wettbewerbsrechtliche Haftung bestätigt (Az. 52 O 231/11, nicht rechtskräftig). (vm/mp) Dieser Artikel wurde am 2012-11-15 in der Kategorie Gesundheit mit den Suchwörtern “Dumpingpreise für Zahnarztleistungen im Internet” veröffentlicht.

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