Zahnärzte spenden 18 000 Euro

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Einen Scheck über 18412,81 Euro hat das Zahnarztehepaar Dr. Nicole Traxel-Schminke und Dr. Felix Schminke Freitag an Andreas Feller, den Vorsitzenden des Franziskus-Hospiz-Vereins in Hochdahl, überreicht.

Ihre Gemeinschaftspraxis ist nur rund 200 Meter Luftlinie vom Hospizzentrum entfernt und die Zahnärzte behandeln immer mal wieder Patienten, die hier an ihrem Lebensende ein Zuhause gefunden haben. Daher kam dem Ehepaar vor Jahren der Gedanke, die Patienten in ihrer Zahnarztpraxis zu fragen, ob sie ihr Zahngold behalten oder für diesen guten Zweck spenden wollen.

Etwa zwei Drittel der Patienten lassen ihr Zahngold in der Praxis

„Als ich zum ersten Mal zur Behandlung ins Hospiz kam, hatte ich keine rechte Vorstellung davon, wie es zugeht. Jetzt weiß ich, dass die Atmosphäre positiv, offen und herzlich ist“, sagt der Arzt, der selbst erstaunt ist, wie viel Geld in den Jahren zusammengekommen ist. Etwa zwei Drittel seiner Patienten lassen ihr Zahngold in der Praxis. „Und jetzt, zu unserem 20-jährigen Praxisjubiläum, wurde es Zeit, das zu Geld zu machen. Und da kam uns natürlich zugute, dass Edelmetall im Wert so gestiegen ist“, freut sich Felix Schminke, der das Wirken im Hospiz auch weiterhin wohlwollend beobachten will: „Toll ist die Arbeit, die hier geleistet wird“, lobt er alle Beteiligten.

„Und wir sind froh, Freunde für unser Hospiz gefunden zu haben“, sagt Robert Bosch, Hospiz- und Pflegedienstleiter. Mit der Spende will er im kommenden Jahr das große Projekt „Wlan“, also drahtloser Internetzugang, realisieren. Die Patienten seien ja oft ans Bett gefesselt, wollten aber den Kontakt halten. „Vielen geht es auch um Biografiearbeit, und für unsere jungen Bewohner gehört der PC einfach zum Leben dazu“, erklärt Bosch. Auch gemeinschaftlich könne man das nutzen, zum Beispiel, wenn jemand Fotos zeigen will oder eine Fußballübertragung gewünscht würde.

Acht Bewohner können gleichzeitig betreut werden

Das Leben sei im Hospizzentrum, das von der Marienhaus GmbH und dem Hospiz-Verein getragen wird, sehr präsent. „Die Enkelkinder springen hier herum. Und dürfen das auch. Leben und Tod sind hier nah beieinander“, sagt Mitarbeiterin Ulrike Proba-Köhler. Acht Bewohner – für jeden steht ein Einzelzimmer bereit – können gleichzeitig betreut werden. Die Warteliste ist lang.

Das Franziskus-Hospiz nimmt todkranke Menschen stationär auf und behandelt sie ambulant. Darüber hinaus bietet es seelsorgerliche Begleitung, Trauerarbeit und Begleitung der Hinterbliebenen an.

Gut kann sich Proba-Köhler noch an die Anfänge erinnern, als sich der Verein 1989 gegründet hatte und den Bau eines Hospizes in Angriff nehmen wollte. Ein Hospiz sei damals noch als störend empfunden worden. „Geplant war es ja zunächst im Ortsteil Sandheide. Das hat dann allerdings eine Initiative der Nachbarn verhindert. Mit den Argumenten, dass ihr Eigenheim an Wert verlieren würde und man dann ja wohl nicht mehr feiern könnte, wenn nebenan jemand im Sterben läge.“ Im Fernsehen eine ganze Woche über Tod und Sterben zu berichten, wie es gerade die ARD gemacht hat, sei vor 20 Jahren undenkbar gewesen.

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