Digitaler Zahnabdruck mit Mini-Kamera

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Als eine der ersten Universitätskliniken in Deutschland macht Jena angehende Zahnmediziner mit hochmoderner Aufnahmetechnik vertraut

Jena. Der kleine Kamerakopf gleitet über die Zähne, ohne sie zu berühren. Sofort erscheint auf dem Bildschirm ein digitales 3D-Bild, so dass der Patientin der sonst übliche Biss in eine Abformmasse erspart bleibt. „Wir sind sehr stolz, diese Kamera für ein Studienprojekt nutzen zu können“, sagt Prof. Dr. Harald Küpper, Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde am Universitätsklinikum Jena (UKJ). Jena gehört zu den ersten Universitäten in Deutschland, die mit dieser neuen Aufnahmetechnik arbeiten.

Zahnarzt Dr. Oliver Schäfer, Privatdozent Dr. Arndt Güntsch, Prof. Harald Küpper, Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde am Universitätsklinikum Jena, und Christian Schwarze, Produktmanager der Firma Sirona (v.l.) freuen sich, dass die Studierenden die moderne Aufnahmetechnik in der Praxis kennen lernen können. (Bild: UKJ / Szabó)

Zahnarzt Dr. Oliver Schäfer, Privatdozent Dr. Arndt Güntsch, Prof. Harald Küpper, Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde am Universitätsklinikum Jena, und Christian Schwarze, Produktmanager der Firma Sirona (v.l.) freuen sich, dass die Studierenden die moderne Aufnahmetechnik in der Praxis kennen lernen können. (Bild: UKJ / Szabó)

„Die Mundhöhle ist, wie der Name schon sagt, ein dunkler, geschlossener Raum und daher optisch schlecht darzustellen“, so Prof. Küpper. Das gesamte Gebiss mit einer einzigen Aufnahme in allen drei Dimensionen zu erfassen, sei nicht möglich. Die neue Kamera mit nur fingergroßem Kopf wird daher vom Zahnarzt in einer fließenden Bewegung in geringem Abstand über die Zähne geführt und erstellt dabei viele Einzelbilder, die sich zu einem 3D-Gesamtbild zusammenfügen lassen.

„Die Kamera- und auch die Rechnerleistungen sind heute so gut, dass das Bild nahezu simultan und in natürlichen Farben auf dem Bildschirm erscheint“, erläutert Prof. Küpper. Für den Patienten ist diese digitale Abformung nicht nur deutlich angenehmer, da bei der konventionellen Methode ein unangenehmer Würgereiz hervorgerufen werden kann. Das Verfahren läuft auch viel schneller ab: Kurz nachdem Dr. Oliver Schäfer die Zähne seiner Patientin im Behandlungsraum der Zahnklinik mit der Kamera erfasst hat, lässt sich mit der dazugehörigen Software ein Designvorschlag für die gewünschte Krone erstellen. Nachdem der Zahnarzt das endgültige Design festgelegt hat, gehen die Daten per Funk zu einer speziellen Schleifmaschine in den Nebenraum. Hier kontrolliert Dr. Eberhard Hofmeister, wie die Krone aus einem Keramikblock geschliffen wird.

Der gesamte Prozess läuft schnell ab. „Für die Patienten bedeutet dies, dass sie lediglich zu einem Termin kommen müssen“, sagt Christian Schwarze, Produktmanager der Firma Sirona, die den Zahnärzten am UKJ die Kamera zunächst als Leihgabe für ein Studienprojekt zur Verfügung gestellt hat. Mehrwöchiges Warten auf das passende Stück entfällt für Patienten ebenso wie der Einsatz von Provisorien, da die Zahnrestauration sofort eingefügt werden kann. Die Kamera misst äußerst präzise und erfasst auch die Gegenzähne, was für einen physiologischen Biss nötig ist. „Das ist wichtig, denn wenn die Verzahnung nicht richtig funktioniert, können bei den Patienten Kiefergelenk-Erkrankungen entstehen, die wiederum teilweise für Kopfschmerzen bis hin zur starken Migräne verantwortlich sind“, erläutert Prof. Küpper.

Die so genannte CAD/CAM-Technologie, die computergestützte Konstruktion und Herstellung von Inlays, Kronen oder kleineren Brücken, sei mittlerweile zum unabdingbaren Lehrinhalt geworden, so Prof. Küpper. Dass sich die rund 60 Studierenden der Zahnmedizin in Jena mit der hochmodernen Technik vertraut machen können, sieht er als deutliche Qualitätssteigerung und Aufwertung des Standorts. „Eine Ausbildung ohne diese innovative Technik ist einfach nicht mehr zeitgemäß.“

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