„Tschernobyl“-Kinder beim Zahnarzt: Dankbarkeit der Patienten spornt an

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Kinder aus dem weißrussischen Svensk wurden in der Praxis von Matthias Ferger untersucht.

Kinder aus dem weißrussischen Svensk wurden in der Praxis von Matthias Ferger untersucht.

Für die Kinder aus Svensk gehört es zum festen Programm bei den Besuchen in Senden: Zahnarzt Matthias Ferger schaut sich ihre Zähne an und nimmt, soweit möglich, Behandlungen vor. Die Sieben- bis 15-Jährigen Gäste der Initiative „Den Kindern von Tschernobyl“ weilen noch bis zum 13. Juli in Senden.

Von Dietrich Harhues

Ilona bleibt ganz entspannt, als sie im Behandlungsstuhl Platz nimmt. Die Zwölfjährige, die zum dritten Mal in Senden zu Besuch ist, gehört quasi schon zu den Stammpatienten von Matthias Ferger, der sich jetzt ebenfalls zum dritten Mal den Kindern widmet, die aus Weißrussland ins Münsterland gekommen sind. Für die Sendener Initiative „Den Kindern von Tschernobyl“ gehört es zum festen Programm, dass der medizinische Fachmann bei den Sieben- bis 15-Jährigen in den Mund blickt.

Für manche von ihnen ist es das erste Mal, dass ein Zahnarzt nach dem rechten schaut, lautet die Einschätzung von Matthias Ferger. Er will zunächst einmal Ängste nehmen und Hinweise zur Pflege der Zähne geben; dabei soll eine Gabe helfen, die alle Patienten aus der Gruppe behalten dürfen. Ferger nimmt auch kleinere Eingriffe wie Füllungen vor und versiegelt die „Beißerchen“, damit sie beim nächsten Besuch noch erstrahlen.

Diese Beobachtung hat er jedenfalls bei manchen der „Tschernobyl“-Kinder gemacht, die wie Ilona seiner Praxis schon einmal eine Visite abgestattet haben.

Gestern und am vorigen Mittwoch kümmerte sich Matthias Ferger um insgesamt 25 Kinder und Jugendliche, die noch bis zum 13. Juli in Senden weilen.

Mindestens einer von ihnen sollte am besten bald wieder nach Deutschland zurückkommen – Maxim. Bei dem 14-Jährigen haben sich kaum bleibende Zähne entwickelt. Ob dies mit der Verstrahlung seiner Heimatregion zu tun hat, lasse sich nicht sicher sagen, so der Sendener Zahnarzt über Maxims Erkrankung.

Mit viel Aufwand und Geld könnte dem Jungen ein ganz normales Gebiss verschafft werden. Dafür müssten aber Ärzte, Implantathersteller und Labore überzeugt werden. Die Chancen stehen nicht schlecht: „Ich bin sicher, dass sich Sponsoren finden lassen würden“, betont Matthias Ferger.

Er hat einen Kollegen aus Bornheim bereits dafür gewonnen, sich als Zahnarzt für eine ähnliche Initiative wie den Sendener Kreis zu engagieren.

Die Motivation für den ehrenamtlichen Einsatz an den „tapferen Patienten“ aus Svensk: „Sie sind so dankbar, das spornt an“, sagt Matthias Ferger.

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