bald auch Ärztemangel in Österreich?

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Österreich will die Arbeitsbedingungen von Klinikärzten und Niedergelassenen verbessern: In den nächsten Jahren droht ein Ärztemangel. Die Österreichische Ärztekammer in Wien (ÖAK) schlägt unter anderem vor, gezielt um junge Ärzte in Deutschland zu werben, etwa mit Hilfe von Stipendien für Landärzte.

Im Nachbarland ist im April vom Nationalrat die Gesundheitsreform beschlossen worden. Bis 2014 soll sie umgesetzt werden. Die Reform sieht unter anderem vor, dass Qualitätsstandards und Behandlungsprozesse verbessert werden.

Künftig soll es in jedem Bundesland neue ambulante Versorgungsformen geben, in denen Fachärzte und Allgemeinmediziner in Gruppenpraxen die Versorgung, auch abends oder am Wochenende sicherstellen. Zudem sollen Kliniken durch Ambulanzen entlastet werden. Doch auch im ambulanten Sektor fehlt es an Fachkräften.

Derzeit praktizieren in ganz Österreich 1563 Landärzte mit Gebietskrankenkassenvertrag in Gemeinden mit bis zu 3000 Einwohnern, das sind etwa 40 Prozent aller Allgemeinmediziner. In den nächsten fünf Jahren gehen 26 Prozent, das sind etwa 400 Landärzte, in Pension.

In den nächsten zehn Jahren müssen sogar 56 Prozent (872) der Landarztpraxen neu besetzt werden. Das Problem: “Immer weniger Jungmediziner bewerben sich um Landarztstellen, und von diesen springen immer mehr ab, sobald sie sich ein Bild von den Lebens- und Arbeitsbedingungen am ausgeschriebenen Standort gemacht haben”, heißt es bei der ÖAK.

Viele junge Ärzte überlegten sich ganz genau, ob sie mit einer Landarztpraxis finanziell überhaupt in der Lage sind, eine Familie gründen zu können.

Ärzte haben die nationale Dimension im Blick

Auch störe sich der Nachwuchs an der mangelnden Balance zwischen Arbeit und Freizeit. In fast allen Bundesländern müssten Landarztstellen mehrfach und oft auch landesweit ausgeschrieben werden.

In Niederösterreich habe sich etwa die Zahl der Bewerber trotz Mehrfachausschreibungen von 2008 auf 2012 halbiert und in Salzburg seien mangels Bewerber zwei Ordinationen in namhaften Tourismusgemeinden nicht wiederbesetzt worden.

Einen Engpass gibt es auch an den Kliniken in Österreich. Viele Mediziner sind nicht voll zufrieden mit den bisherigen Arbeitsbedingungen im Alpenland.

Laut einer Studie des Instituts für empirische Sozialforschung (IFES), die im Auftrag der Bundeskurie Angestellte Ärzte in der ÖAK 2000 Klinikärzte befragte, böten sich den Spitälern an mehreren Stellen im Krankenhausbetrieb Chancen, den Vorstellungen von Ärzten im Arbeitsalltag näher zu kommen.

Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit inklusive Nachtdiensten belaufe sich auf bis zu 54 Stunden. Zum Vergleich: In Deutschland kommt laut Marburger Bund bereits jeder vierte Klinikarzt auf ein Wochenarbeitspensum von 60 bis 79 Stunden.

Dabei, so lässt es die Befragung der Klinikärzte in Österreich vermuten, geht es vielen Medizinern in den Spitälern gar nicht um ihre individuelle Situation, sondern um die nationale Dimension.

So sahen 76 Prozent der Befragten im Personalmangel, dem Österreichs Krankenhäuser nun mit der fieberhaften Suche nach Ärzten aller Fachrichtungen begegnen, ein “gravierendes Problem” mit Blick auf die Zukunft des Gesundheitswesens.

“Wenn wir untätig bleiben, steuern wir mit Vollgas in einen Ärztemangel”, heißt es bei der Ärztekammer. Verbesserungsbedarf gebe es unter anderem bei der Administration oder der Work-Life-Balance.

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