Hat Schnute zuviel Honig geschleckt?

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Wenn Berlins Stadtbärin Schnute (32) in den Park Müritz umziehen sollte, dann käme die Prozedur beim Zahnarzt auch auf sie zu. Denn neue Bewohner werden dort gründlich durchgecheckt, inklusive Beißer-Untersuchung. So wie am Freitag Braunbärin Mary (27). Die war kürzlich aus dem Tiergarten Mönchengladbach zum Bärenwald Müritz (Mecklenburg-Vorpommern) umgesiedelt worden. Schon beim Transport stellte sich raus: Die Bärendame hat Zahnprobleme. Zu viel Honig gegessen?

„Da ist nicht nur die Ernährung dran schuld“, sagt Dr. Marc Loose, der hauptberuflich Menschenzähne untersucht, sich ehrenamtlich auch um Bären kümmert. „Mary hatte zu oft an Gitterstäben geknabbert.“ Die Berliner Tierärztin Johanna Painer vom Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) hatte die Narkose durchgeführt. „Keine einfache Prozedur für eine Bärin in dem hohen Alter“, sagt sie.

Dann die Diagnose vom Doktor: Kariesbefall an zwei Eckzähnen. „Eine Stunde dauerte der Eingriff“, so Facharzt Loose. „Wir machten eine Wurzelbehandlung, stabilisierten den Zahn mit Glasfaserstiften und setzten eine Kunststofffüllung ein.“ Da die Narkose nicht verlängert werden konnte, wurde gestern nur ein Zahn behandelt. Der andere ist erst im nächsten Jahr dran.

Dann könnte auch Schnute in den Bärenpark Müritz (16 Hektar groß, bisher 19 Artgenossen) ziehen. „Die Beratungen mit dem Bezirksamt Mitte laufen noch“, sagt Melitta Töller vom Tierschutzbündnis Vier Pfoten, das den Bärenwald betreibt.

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