Zahnärzte fordern Spezialzentren für Pflegebedürftige

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ormalerweise ist der Gang zum Zahnarzt kein Problem. Doch wenn der Patient bettlägerig oder behindert ist, wird es kompliziert. Abhilfe sollen ambulante Behandlungszentren schaffen.Die Zahnärzte im Südwesten haben sich für die landesweite Schaffung von ambulanten Behandlungszentren speziell für pflegebedürftige Senioren und Behinderte ausgesprochen. „Solche Einrichtungen gibt es noch nicht flächendeckend und sie machen Sinn“, sagte Ute Maier, Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. Oftmals sei es schwierig, die teilweise bettlägerigen Patienten vor Ort im Pflegeheim entsprechend zu behandeln. Es brauche daher entsprechende Einrichtungen. Viele Patienten litten auch unter Mehrfacherkrankungen wie Diabetes, Herzleiden und teilweise hohen Blutdruck. Dies erschwere die Behandlung in den regulären Zahnarztpraxen. In den Behandlungszentren dagegen wären die entsprechenden Gerätschaften und Fachleute vor Ort, um die Senioren besser versorgen zu können.

Maier sagte, im Gegensatz zu früher hätten heute die Menschen weniger Totalprothesen und somit mehr eigene Zähne. Pflegebedürftige Senioren seien aber nicht immer in der Lage, ihre eigenen Zähne entsprechend zu reinigen. Die Mundhygiene sei daher ein Problem. Deshalb müsse das Thema in der Altenpflege auch bei der Ausbildung der Fachkräfte eine entsprechende Rolle spielen. „Denn in vielen Fällen muss die Mundhygiene das pflegerische Personal übernehmen.“

In Baden-Württemberg gibt es nach Angaben der Vereinigung schon Fortschritte bei der Versorgung älterer Patienten. „Kassen und Zahnärzte machen sich seit Jahren Gedanken über das Thema“, sagte Maier. Unter anderem gebe es in jedem Landkreis entsprechende Ansprechpartner in der Zahnärzteschaft. Ferner seien mit einzelnen Krankenkassen Vereinbarungen über Zuschläge für den Zahnarzt geschlossen worden, wenn er vor Ort zur Behandlung komme. „Es wurde der Anreiz geschaffen, eine kleine Füllung am Bett zu machen.“

Gleichzeitig sprach sich Maier dafür aus, dass der Leistungskatalog im Bereich Vorbeugung erweitert wird. Bisher wird ihren Angaben zufolge die Entfernung von Zahnstein nur einmal im Jahr von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Bei pflegebedürftigen Menschen sei diese Behandlung aber häufiger notwendig.

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