Jedes Jahr 19.000 Tote durch Behandlungsfehler in Kliniken

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AOK-Report:  Heftige Kritik an der Aussage kommt nun vonseiten der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Demnach seien die Angaben völlig übertrieben.

Krankenhausgesellschaft kritisiert Studie

Die AOK hat kürzlich ihren jährlichen Krankenhausreport vorgestellt. Eine zentrale Aussage der Studie war, dass jedes Jahr 19.000 Menschen an Behandlungsfehlern in Kliniken sterben – dies hat heftige Kritik bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft ausgelöst. “Die im Report behauptete Zahl kann nur eine wissenschaftliche Falschangabe sein” erklärt dazu Alfred Dänzer, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), nach einer zwischenzeitlich vorgenommenen Prüfung der verfügbaren Daten. Auch Josef Düllings, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VDK), bezeichnete den Bericht der AOK als “unseriös”.

Ziel: Qualitätsunterschiede aufzeigen

Jedes Jahr veröffentlicht das Wissenschaftliche Institut der AOK (WidO) den Krankenhausreport. Das Ziel dieser Untersuchung ist es, Qualitätsunterschiede zwischen den Kliniken aufzudecken. Denn nur so können sich Patienten “das passende Krankenhaus vor einer geplanten Operation aussuchen”, erklärt WidO-Geschäftsführer Jürgen Klauber. Als Grundlage für die Untersuchung werden öffentlich zugängliche Zahlen, beispielsweise vom Statistischen Bundesamt, sowie selbst erhobene Daten herangezogen. Für den Krankenhausreport 2014 haben die Studienautoren auf rund acht Jahre alte Zahlen zurückgegriffen, die in Relation zu aktuellen Daten von Klinik-Zwischenfällen gesetzt wurden. Schon im Vorfeld wies der Co-Autor der Studie, Max Geraedts, Kritik an dieser Vorgehensweise zurück. Tatsächlich passierten wohl noch mehr Fehler, als in der Studie angegeben.

Aktualität der Zahlen infrage gestellt

Nichtsdestotrotz setzt hier ein Kritikpunkt von Dänzer an: So ist der Präsident der DKG der Meinung, dass für den aktuellen Report einfach Schätzungen aus den Jahren 1996 bis 2006 „fortgeschätzt“ wurden. Zwar räumt er in einer Mitteilung des Dachverbandes der Krankenhausträger in Deutschland ein, dass jeder Schaden einer zu viel sei. Er fordert die AOK aber darüber hinaus auf, „sich für die Behauptung […] in deutschen Krankenhäusern würden 18.800 Menschen durch vermeidbare Behandlungsfehler zu Schaden kommen, zu entschuldigen.“ In unverantwortlicher Weise werde offensichtlich das Ziel verfolgt, die Leistungen der Krankenhäuser und ihrer über eine Million Mitarbeiter zu verunglimpfen und die Patienten zu verunsichern.

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