Acht Zähne ohne Not gezogen

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Ein Zahnarzt hatte seinem sechzehnjährigen Patienten insgesamt zehn Zähne gezogen. Die Mutter, die zunächst ihre Zustimmung erteilt hatte, überkamen anschließend Zweifel an der Korrektheit der Behandlung. Vor dem Landgericht wurde die Klage noch abgewiesen. Das Oberlandgericht schaltete einen Sachverständigen ein und der stellte fest, dass zumindest 8 der gezogenen Zähne noch erhaltungsfähig gewesen wären und die Extraktion trotz des schlechten Zustandes dieser Zähne kontraindiziert war. Da der sechzehnjährige Kläger durch die Fehlbehandlung dauerhaft auf Zahnersatz angewiesen war, bekam er ein Schmerzensgeld in Höhe von 30.000 EUR zugesprochen. Der Zahnarzt wurde zum Ersatz sämtlicher Kosten der Folgebehandlungen verurteilt. (OLG Hamm, Urteil v. 24.01.2001, 3 U 107/00).

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2 Responses to “Acht Zähne ohne Not gezogen”

  1. Petti Says:

    Wenn man sowas hört, kann einem nur noch schlecht werden, zumindest wenn hier wirklich nur Geldgier im Spiel war. Jeder muss sehen wo er bleibt, aber Kinder sowas auszusetzen?!? Gehts noch?

  2. Tim Says:

    Das ist ja extrem. Ich hoffe mal, dass der Zahnarzt auch wirklich so lange dafür aufkommen kann. Irgendwann wird sicherlich die Zahnversicherung einspringen müssen.

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