Betäubung mit Cognac

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Schon die Fallschilderung klingt nach einer Horrorstory von Stephen King: Der Zahnarzt hatte seiner Patientin klargemacht, dass an 14 Zähnen eine Wurzelbehandlung nötig sei und er in solchen Fällen dazu tendiere, das Ganze „in einem Rutsch“ zu erledigen. Damit sei der Oberkiefer dann weitgehend saniert und es müsse nur noch eine Blockkrone aufgesetzt werden. Die Patientin stimmte schließlich zu und ließ eine zwölfstündige Tortur über sich ergehen. Der Zahnarzt versuchte denn auch, seiner Patientin den Aufenthalt auf dem Zahnarztstuhl so angenehm wie möglich zu machen. Zwischen den einzelnen Wurzelbehandlungen verabreichte er ihr jeweils einen Schluck Cognac. Der vom LG München befragte Sachverständige konnte den Vorgang kaum fassen und sprach von einer „ungeheuerliche Belastung für den Organismus“. Dem LG München war dies ein Schmerzensgeld in Höhe von 6.000 EUR wert. Zusätzlich musste der Zahnarzt die Kosten der Behandlung komplett zurückerstatten (LG München, Urteil v. 18.02.2005, 10 O 6103/03).

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