Neuer Generationenvertrag der Ärzteschaft?

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Jetzt wird es teuer: Die Thüringer KV überlegt, Praxissitze aufzukaufen, bevor es ein Klinik-MVZ tut. Deren angestellte Ärzte arbeiten nämlich weniger, jeder Dritte 20 Stunden pro Woche und darunter – sagt die Statistik der KV.

Die Gretchenfrage lautet: Kann, darf oder sollte eine öffentlich-rechtliche Körperschaft auf dem freien Markt mitbieten? Und wo ist die Grenze? Wäre das Wettbewerbsverzerrung?

Man kann so argumentieren, aber man muss auch sehen: Die Preisfindung über den Markt versagt immer häufiger. Die Nachfrage nach Praxen auf dem Land ist vielerorts zusammengebrochen, das Angebot groß, der Preis tendiert gegen Null. Manche Inhaber sind froh, wenn ein MVZ daher überhaupt etwas zahlt.

Doch nicht nur rechtliche Fragen sind offen. Auch die KV müsste die Praxen besetzen – mit einem angestellten Arzt, falls sich kein Freiberufler findet. Das klappt zwar mit der KV-Eigeneinrichtung in Thüringen im kleinen Rahmen seit ein paar Jahren ganz gut – auch weil die Ärzte irgendwann die Praxen übernehmen.

Doch wenn die Ruhestandswelle bald losrollt, müsste die KV Dutzende Praxen kaufen, für Millionen Euro. Dann sitzt sie auf Zulassungen, womöglich aus den Honorartöpfen bezahlt. Die Kernfrage lautet daher: Sind die jungen Ärzte zu einem solchen Generationenvertrag bereit?

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