Zahnarzt fordert Musliminnen zum Ablegen von Kopftuch auf

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Ein Zahnarzt in Belgien fordert von seinen Patientinnen mit Kopftuch, dass sie während der Behandlung ihr Kopftuch ablegen. „Rassismus“, sagt die Grünen-Politikerin Ikrame Kastit. „Medizinische Gründe“, sagt der Zahnarzt. In dem Artikel aus Belgien werden diese Gründe erst ganz zum Schluss aufgeführt, klingen aber durchaus plausibel: ein interessanter Fall!

Der Fall bewegt in Belgien die Gemüter. Ein Zahnarzt in Anvers (Flamen/Belgien) verlangt von seinen muslimischen Patientinnen, dass sie während der Behandlung ihr Kopftuch ablegen. Grünen-Politikerin Ikrame Kastit zeigte sich in der Zeitung De Morgen über die Praxis des Zahnarztes schockiert und sprach von „Rassismus“. Sie war es auch, die den Fall öffentlich machte.

Nach einer Zeugenaussage, die auch der Zeitung De Morgen vorliegt, sei der Zahnarzt nicht bereit eine Behandlung bei Musliminnen durchzuführen, wenn die Patientin auf dem Tragen eines Kopftuches während der Behandlung bestehe. Als Grund für diese Praxis wurden aber nach Aussagen von Kastit und der Betroffenen keine medizinischen Gründe angeführt.

Racial Profiling

Die Praxis klärt zudem im Voraus durch die umstrittene Methode des Racial Profilings, ob es sich bei den Patienten womöglich um Musliminnen handelt. Je nachdem wie ein Name klingt, wird man zum Thema durch die Sprechstunde angesprochen. Frauen mit „muslimisch“ klingendem Namen werden gezielt gefragt, ob man Kopftuch trage. Falls man bejaht wird man über die Praxis des Zahnarztes aufgeklärt.

Dies sei nötig, da es früher immer wieder Fälle gegeben habe, in denen Kopftuchträgerinnen sich geweigert hätten der Forderung nachzukommen und dann ohne Behandlung wieder gegangen seien. Ikrame Kastit reichte mittlerweile Beschwerde gegen den Zahnarzt beim Zentrum für Chancengleichheit und Rassismusbekämpfung ein. „Das ist Rassismus“, sagte Kastit. Das Zentrum hat bereits angekündigt, sich ausführlich mit dem Fall auseinanderzusetzen.

Zahnarzt: Medizinische Gründe

Der Zahnarzt selbst sieht sich an den Pranger gestellt. Niemand habe mit ihm über seine Praxis gesprochen. Er sei zudem überzeugt, dass er niemanden beleidige, wenn er danach frage das Kopftuch zu lockern. Das habe zudem nichts mit der Herkunft der Patientinnen zu tun. Er frage alle seine Patienten bei problematischer Kleidung. Ein Kopftuch könne den Zugriff auf den Mund blockieren. Es hänge aber auch viel vom Ansatz der Behandlung ab. In vielen Fällen störe ein Kopftuch nicht.

Aber, und darauf weist der betroffene und beschuldigte Zahnarzt hin: Ein Kopftuch könne die Indikation von bestimmten Problemen bei der Zahnhygiene verhindern. Man brauche gerade im Bereich der Mundpflege auch einen Blick auf den Hals. Die flämische Vereinigung der Zahnärzte (VVT) hatte bereits erklärt, sie unterstütze den Zahnarzt. Es gehe hier ausschließlich um medizinische Gründe.

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