Eine Lanze für den Zahnarzt

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Drei Stunden waren nun schon vergangen, drei quälend lange Stunden, geblendet von der hohen Intensität der Operationslampe. Der Arzt mit Mundschutz, mit Latex-Handschuhen steht auf Atemnähe vor mir, kein anderer Fremder kommt mir je so nahe.Drei Stunden, in denen er eine Brücke baut, mit Silikonabdruck, mit Laserstrahl, mit Röntgen, mit all den Wunderwaffen der modernen Medizin.

Drei Stunden höchster Konzentration. Was ist, wenn der Bohrer abrutscht? Wurde nicht gerade ein Arzt verklagt, weil er aus Versehen einem Patienten in den Gaumen geschnitten hatte?

Als ich mich einmal etwas aufrichte, bittet mein Zahnarzt um Ruhigstellung. „Wir bewegen uns schließlich im Tausendstel-Millimeter-Bereich.“ Nach drei Stunden dann: die Erlösung. „Das war’s!“Ich erhebe mich aus dem Stuhl, in dem ich halb saß, halb lag, ich schwanke etwas, die Spritze wirkt noch nach. Ich sehe in sein erschöpftes Gesicht: „Wie halten Sie das eigentlich durch, Herr Doktor? „Das macht das Training“, antwortet er nur, mehr sagt er nicht. weiter zur Kolumne  von Peter Bachér

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