„Doktor Geraldo“ – in Brasilien unteregs

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Freunde helfen einander in der Not, auch wenn einer gerade am anderen Ende der Welt arbeitet: Twistringens Unternehmer Frank Bellersen hat nicht gezögert. Er hat Dr. Gerhard Kanne spontan 1000 Euro überwiesen. „Doktor Geraldo“ – in Brasilien seit 2011 für das Zahnärztliche Hilfsprojekt unterwegs – brauchte dringend Geld für Waschbecken und Toiletten in einer Grundschule mit Kindergarten in Carpina, in der Nähe der 70000-Einwohner-Stadt Recife.

Gerhard Kanne, Twistringer Unternehmer des Jahres 2014, kümmert sich ehrenamtlich in seinem Urlaub in der Grundschule Carpina, im gemieteten Nonnenkloster, um rund 250 Schulkinder sowie um die Kleinen im angrenzenden Kindergarten.

Im Oktober erlebte Kanne, dass die Menschen mit Eimern Wasser in die Schule schleppen und bei der Hygiene improvisieren mussten. Es gab nur zwei Waschbecken. Und vernünftige Toiletten? Fehlanzeige.

Gerhard Kanne besprach sich mit Fatima, der Leiterin der Einrichtung, besorgte über Nacht eine Liste aller benötigten Dinge: Waschbecken, Kloschüsseln, Rohre, Schläuche, WC-Sitze, Wasserhähne, Spülkästen und noch mehr.

Am nächsten Tag fuhr Kanne mit Haushandwerker Cosmo in drei verschiedene Baumärkte. Einen Kostenvoranschlag von einem Handwerker zu bekommen, war gar nicht so leicht. Tage später musste der beauftragte Tischler zugeben, dass er nicht in der Lage war, eine Kostenübersicht zu schreiben.

Es ging auch um besonders gelochte Leisten für die Aufbewahrung der Zahnputzbecher in den Schulklassen und Kitaräumen. Kanne: „Es ist ganz wichtig, dass die Zahnputzmittel der Kinder in der Schule und im Kindergarten bleiben.“

Im Oktober 2015

wieder nach Indien

Unterm Strich sollten die Neuerungen rund 1000 Euro kosten. Woher sollte aber das Geld kommen? Kanne, Mitglied in der Twistringer Gemeinschaft der Unternehmen, hatte die Idee, seinen Freund und GUT-Vorstand Frank Bellersen (Heizung- und Sanitär) um Hilfe zu bitten. Und der reagierte sofort, überwies die benötigte Summe auf das deutsche Konto der Hilfsorganisation. Bellersen: „Ich habe Gerhard Kanne schon früher mal gesagt: Sprich mich an, wenn ich helfen kann.“

Etwa eine Woche dauerte dann unter anderem die Installation der neuen Waschbecken und Kloschüsseln. Während Kanne weitere Jungen und Mädchen in der Zahnpflege unterrichtete, erhielten die Waschräume und Toiletten auch noch eine neue Wandfarbe.

Zahnarzt Kanne hielt sich in diesem Jahr zum zweiten Mal für drei Wochen ehrenamtlich in Südamerika auf – im Centro Social Madre Virginia Carpina im Bundesstaat Pernambuco. Es war sein inzwischen 17. Auslandseinsatz. In Olinda und Carpina kämpft er schon seit 2011 gegen schlechte Zähne und den enormen Zuckerkonsum „im süßesten Land Südamerikas“. Doktor Geraldo, wie ihn Kinder dort liebevoll nennen, unterrichtet Zahnpflege und sorgt auch dafür, dass das Umfeld stimmt.

„Diese Auslandseinsätze für die Ärmsten der Armen sind heute eine meiner Lebensstationen.“ Ursprünglich hatte Kanne das nicht so geplant. Inzwischen ist er nach eigenen Angaben sogar süchtig danach. Und das sei echte nachhaltige Entwicklungshilfe.

Für den Oktober 2015 hat sich Gerhard Kanne vorgenommen, seinen Urlaub für Kinder in Indien zu opfern. Dann wird er auch seine Patenkinder wieder sehen. An Indien hänge sein Herz ganz besonders, betont er.

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