Straumann baut Low Cost aus

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Übernahme in Brasilien.

Der Basler Zahnimplantate-Hersteller Straumann baut sein Geschäft mit günstigen Zahnimplantaten weiter aus: Das Unternehmen übernimmt die brasilianische Firma Neodent vollständig. Eingestiegen war Straumann bei Neodent 2012. Damals mussten die Basler für eine 49-Prozent-Beteiligung rund 260 Millionen Franken zahlen; die restlichen 51 Prozent kosten nun noch 210 Millionen in bar, teilte Straumann am Dienstag mit. Ein Sprecher führte den günstigeren Preis für die zweite Tranche auf Währungseffekte zurück. Eigentlich war die vollständige Übernahme erst für 2018 vorgesehen. Neuverhandlungen hätten nun die Vollübernahme früher als geplant ermöglicht, heißt es in der Mitteilung. Straumann verspricht sich vom Deal erhebliche Synergien für beide Unternehmen.

So soll die Straumann-Organisation von Brasilien in den Neodent-Hauptsitz in Curitiba integriert werden. Neuer Neodent-Chef wird Matthias Schupp, der bei Straumann weiter für Lateinamerika zuständig bleibt. Neodent-Mitbegründer Geninho Thomé, der das Unternehmen bisher operativ führte, bleibt Präsident des Verwaltungsrats. Straumann bezeichnet Neodent in der Mitteilung als höchst erfolgreiches und hochprofitables Unternehmen. Die Vollübernahme soll sich ab 2016 positiv auf die Margen auswirken.

Neodent ist Marktführer in Brasilien, dem weltweit zweitgrößten Markt für künstlichen Zahnersatz. 2014 erzielte das 1993 gegründete Unternehmen mit 970 Mitarbeitenden einen Umsatz von 258 brasilianischen Real (aktuell rund 80 Millionen Franken.) Dagegen brachte es Weltmarktführer Straumann mit fast 2400 Angestellten auf 710 Millionen Franken Umsatz und einen Gewinn von 157,8 Millionen. Mit dem Einstieg bei Neodent vollzog Straumann vor drei Jahren einen Strategiewechsel und gab die Fokussierung auf das hochpreisige Premiumsegment auf. Über die neue Plattform Instradent für preisgünstigeren Zahnersatz will das Basler Unternehmen nun die Internationalisierung von Neodent vorantreiben. Chef Marco Gadola rechnet für 2015 mit rund einer Million verkaufter Neodent-Produkte. Diese sind deutlich günstiger: Auf vergleichbarer Basis kostet ein Implantat im Schnitt bis zu 50 Prozent weniger als eines von Straumann, hieß es auf Anfrage. Analysten begrüßten die schnelle Vollübernahme. Neodent sei der Schlüssel, um Marktanteile zu gewinnen.

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