Zwischen Staatsexamensprüfungen mal schnell auf die Bahamas

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Das toppt keiner mehr: während sich die Einen durch den Prüfungsmarathon quälen fliegt ein anderer mal kurz auf die Bahamas – doch Urlaub ist hier keiner angesagt, es geht um Sport unter Palmen: Der Leichtathlet Florian Orth aus Treysa startet am Wochenende in der Karibik bei der Staffel-Weltmeisterschaft.

Wer Bahamas hört, der denkt an Palmen, an Strand, an türkisfarbenes Meer – kurzum: Der hat ein Urlaubsparadies vor Augen. So geht es auch Florian Orth. Dem Leichtathleten aus dem nordhessischen Treysa kommt aktuell noch etwas anderes in den Sinn: die Staffel-Weltmeisterschaft. Am Wochenende startet das Mittelstrecken-Ass bei den Titelkämpfen in dem karibischen Inselstaat. Mal eben kurz auf die Bahamas – so heißt das Motto für den 25-Jährigen.

Denn für Sonnenbaden und Schirmchen-Drinks wird es nicht viel Zeit geben. „Ich packe zwar die Badehose ein, aber mal gucken, ob ich ins Meer springen kann“, sagt Orth. Gestern ging es los, von München nach Atlanta in den USA, und von dort nach Nassau, in die Hauptstadt der Bahamas. Da werden die Wettkämpfe stattfinden – „nicht am Strand, sondern im Stadion auf der Bahn“, ergänzt der Läufer augenzwinkernd. Am Sonntag ist das Rennen, Montagmorgen Ortszeit geht’s wieder zurück. Mehr als 15 000 Flugkilometer innerhalb von knapp fünf Tagen.

Eine Menge Stress für eine Veranstaltung, die erst zum zweiten Mal ausgetragen wird. „Das ist kein Jux-Meeting“, versichert Peter Schmitt, der Mediendirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Trainer und Sportler würden diese offiziellen Titelkämpfe sehr ernst nehmen. „Zumal man sich bereits für die Olympischen Spiele 2016 in Rio qualifizieren kann“, erläutert Schmitt. Der DLV entsendet sieben Teams in Richtung Bahamas.

Neben den klassischen Sprintstaffeln über 4 x 100 und 4 x 400 Meter messen sich die Nationen zudem über 4 x 200 Meter. Und es wird eine sogenannte Medley-Staffel mit den Distanzen 1200, 400, 800 und 1600 Meter geben. Orth ist als Startläufer für die 1200 vorgesehen. Außerdem laufen in seinem Team Georg Fleischhauer, Robin Schembera und Homiyu Tesfaye. Welche Platzierung herausspringen könnte, sei sehr schwer einzuschätzen, sagt Orth.

Im Gegensatz zu dem Schwälmer kehren viele DLV-Athleten nicht sofort in die Heimat zurück. Die Sprinter zum Beispiel absolvieren derzeit in Orlando im US-Bundesstaat Florida ein sechswöchiges Trainingslager. „Da passt die WM auf den Bahamas auch örtlich gut rein“, sagt Schmitt.

Während die anderen dann in Übersee weiter an der Form feilen und auf der Tartanbahn Schweiß vergießen, wird Orth wieder am Schreibtisch sitzen und schwitzen. Bereits am Mittwoch steht für den Studenten der Zahnmedizin die nächste mündliche Examensprüfung an. Von daher sei der Trip auf die Bahamas eine gute Ablenkung, sagt Orth: „Auch wenn das alles ein wahnsinniger Aufwand ist.“

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