Ein Sondershäuser Zahnarzt mit afrikanischer Mission

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Ihre Kinderaugen sind so groß und dunkel wie die Kirschen in dem Korb, der im Wartezimmer der Zahnarztpraxis von Gundula und Claus Pocklitz auf dem Boden steht. Verlockend sieht dieser prall gefüllte Korb schon aus, nur zugreifen und naschen dürfen die Kinder noch nicht, denn sie haben gerade eine Zahnbehandlung hinter sich. Es sind zwölf Kinder im Alter von zehn Jahren und sie stammen eigentlich aus der Westsahara, nur dort leben sie überhaupt nicht.

Zwei Monate Urlaub vom Flüchtlingslager

Die Ursache dafür sind die politischen Verhältnisse, die die Menschen daran hindert, in ihrer Heimat zu leben. Der Bürgerkrieg zwang die Saharawis in Flüchtlingslager nach Algerien, um dort ein Zuhause zu haben. Warum die Kinder hier in Sondershausen sind, und dann noch bei einem Zahnarzt zu Besuch, ist Margot Kessler aus Kehmstedt zu verdanken und dem ehrenamtlichen Engagement des Vereins “Salma”. Vor 13 Jahren gründete Margot Kessler den Verein, im übrigen steht “Salma” für Frieden. Der Grund diesen Kinder einwenig von der Sonnenseite des Lebens zu schenken, lag für Margot Kessler auf der Hand, denn sie war von 1999 bis 2014 im Europaparlament in der Interessengruppe für die Westsahara mit aktiv. Was die Abgeordnete aber dort sah und wie über 160 000 Saharawis in den Flüchtlingslagern in Algerien lebten, war für die Politikerin erschütternd. Es war keine politische Lösung in Sicht. Dies ließ die Abgeordnete handeln. “Wenn die Politik an dieser Stelle versagt, dann will ich wenigsten versuchen mit Humanität den Mensch dort zu helfen”, sagt Margot Kessler. Jedes Jahr holt sie bis zu 20 Kinder nach Deutschland und das für zwei Monate. Untergebracht sind die aufgeweckten Mädchen und Jungen in der Grundschule in Niedergebra in Klassenzimmern. Hier fehlt es ihnen an nichts, die Matratzen, auf denen sie schlafen, bezeichnen die Kleinen schon mal als himmlisch. Oberste Priorität des Aufenthaltes hat aber die Gesundheit der Kinder. Und da ist die Zahnarztpraxis von Claus Pocklitz eine Station. Auch allgemeinmedizinische Untersuchen werden durgeführt, wenn nötig eine Therapie durchgeführt. All diese medizinischen Leistungen sind kostenlos. Es ist ein Netzwerk von Spenden und Hilfeleistungen, welches Margot Kessler aufgebaut hat, denn darauf ist der Verein dringend angewiesen. Auch Geldspenden sind dringend nötig, da Visum und Reisekosten entstehen, darum ist die Initiatorin über jede Hilfe dankbar. Für die Kinder sind natürlich auch Spaß, Spiel und Abenteuer angesagt, bevor es wieder in ihr “Zuhause” geht.

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