Zahnschmerzen: NSAID und Paracetamol wirksamer als Opioide

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Die freizügige Verordnung von Opioiden durch US-Zahnärzte war nicht nur gefährlich, weil sie die derzeitige Opioid-Epidemie gefördert hat. Sie war auch unnötig, da nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAID) oder Paracetamol bei Zahn­schmerzen besser wirken als Opioide, wie eine Übersicht im Journal of the American Dental Association (JADA 2018; 149: 256–265.e3) belegt.

US-Zahnärzte haben den Anspruch, dass sie ihre Patienten möglichst schmerzfrei nach Hause entlassen, und ihre Patienten haben die Erwartung, dass ihr Dentist ihnen keine Schmerzen zufügt. Vor diesem Hintergrund fiel die inzwischen durch die Realität widerlegte Behauptung, dass Opiate bei einer kurzfristigen Anwendung keine Abhängigkeit auslösen und deshalb bedenkenlos eingesetzt werden können, auf fruchtbaren Boden.

Die Verordnungen von Opioiden waren in den letzten Jahren stark angestiegen. Vor allem jüngere Menschen wurden mit Opioiden versorgt. Zahnärzte waren zeitweise für 31 Prozent aller Opioid-Verschreibungen an Teenager verantwortlich. Ob die Patienten die Tabletten auch einnahmen, wurde nicht kontrolliert. Schon bald bildete sich ein Schwarzmarkt, auf dem die von den Zahnärzten verordneten Mittel an Drogenkonsu­menten weitergereicht wurden.

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