Weiter Aufwärtstrend bei Pflege-Kooperationen Jahrbuch 2017 mit fundierten Versorgungsdaten

December 24, 2017 by
Eine flächendeckende, wohnortnahe und patientenorientierte Versorgung sicherzustellen, ist die zentrale Aufgabe der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) in den Ländern. Hierzu bedarf es jedoch verlässlicher Daten und Informationen: Wie viele Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte sichern die gute Versorgung in Deutschland Tag für Tag in den Praxen? Welche vertragszahnärztlichen Behandlungen wurden im Jahr 2016 am häufigsten von gesetzlich versicherten Patienten in Anspruch genommen? Die Antwort auf diese und viele weitere Fragen beantwortet das aktuelle Jahrbuch der KZBV – präzise, fachlich belastbar und umfassend.

Ein großes Augenmerk legt der Berufsstand zum Beispiel auf Patientengruppen mit besonderem Behandlungsbedarf. Dazu zählen Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung. Ältere Menschen mit Pflegebedarf haben eine deutlich schlechtere Mundgesundheit als die gesamte Altersgruppe der älteren Senioren. Auf diesen besonderen Behandlungsbedarf reagiert die Vertragszahnärzteschaft unter anderem mit speziellen Kooperationsverträgen, die seit dem Jahr 2014 mit Pflegeeinrichtungen geschlossen werden können. Sie ermöglichen Zahnärzten eine systematische Betreuung pflegebedürftiger Patienten vor Ort.

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV: „Bei 3.210 Kooperationsverträgen mit den etwa 13.600 Einrichtungen ergibt sich – für den Berichtszeitraum des Jahrbuchs – bereits ein Versorgungsgrad von bundesweit rund 24 Prozent. Die aktuelle Zahl der Verträge liegt im 2. Quartal 2017 sogar schon bei 3.516. Der Aufwärtstrend bei den Kooperationen hält also weiter an. In beinahe jedem vierten Pflegeheim ist eine solche Zusammenarbeit mittlerweile institutionalisiert. Dies werten wir als großen Erfolg. Zugleich kann das aber nur ein Etappenziel sein auf dem Weg hin zu einer möglichst lückenlosen Abdeckung der zahnärztlichen Versorgung in allen Einrichtungen. Die Vertragszahnärzte bleiben hier also weiter dran.“

Zahnärztlicher Nachwuchs gesichert
Auch um den zahnärztlichen Nachwuchs steht es dem aktuellen Jahrbuch der KZBV zufolge sehr gut. Die Zahl der Approbationen hat im Jahr 2016 mit 2.409 ein 25-Jahres-Hoch erreicht. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren es lediglich 1.873 Approbationen.

Jahrbuch 2017 – Hintergrund und Bezugsquellen
Das von der Abteilung Statistik erarbeitete, regelmäßig aktualisierte Jahrbuch ist seit Jahrzehnten etabliertes Standardwerk für Informationen und wissenschaftlich fundierte Erhebungen im Bereich Zahnmedizin. Die Ausgabe 2017 enthält Tabellen und Grafiken aus den Bereichen Gesetzliche Krankenversicherung, zahnärztliche Versorgung, Zahnarztzahlen sowie Praxisentwicklung und kann auf der Website der KZBV bestellt werden. Die Vollversion des Nachschlagewerks kann dort zudem im PDF-Format kostenfrei heruntergeladen werden. Alternativ ist eine postalische Bestellung unter folgender Anschrift möglich: Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Abteilung Statistik, Universitätsstr. 73, 50931 Köln. Bestellungen per Fax richten Sie bitte an die Nummer 0221/4001-180, telefonische Bestellungen können unter der Nummer 0221/4001-215/-117/-216 aufgeben werden.

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Studienplatzvergabe für Medizin ist teilweise verfassungswidrig

December 20, 2017 by

Die bundes- und landesgesetzlichen Vorschriften zur Studienplatzvergabe im Fach Medizin sind teilweise mit dem Grundgesetz unvereinbar, urteilte heute das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

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Zahnarztfehler: Schlichtungsstellen ohne Transparenz?

December 14, 2017 by

Die Schlichtungsstellen der Zahnärzte kommen beim Votum der Verbraucherschützer nicht gut weg.  Die Verbraucherzentralen sehen bei den Schlichtungsstellen der Zahnärzte noch Luft nach oben. Die Schlichtungsstellen könnten eine gute Lösung für Patienten sein, die Informationspolitik der einzelnen Zahnärztekammern über diese Angebote für Patienten sei aber sehr uneinheitlich, auch bei den Kosten gebe es zwischen den Körperschaften große Unterschiede. So urteilt das Team “Kostenfalle-Zahn”, ein gemeinsames Projekt der Verbraucherzentralen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Berlin. Read the rest of this entry »

Zahni-Ausbildung “Psychische Körperverletzung” ?

December 2, 2017 by

Studierende berichten, sie würden als „dumm und faul“ bezeichnet. Betreuer vermittelten ihnen das Gefühl, „unerwünscht zu sein“. Dozenten wirkten „frustriert und unlustig“, den Studierenden etwas beizubringen. Solche Urteile finden sich auf dem Portal „Studycheck“ in der Zahnmedizin. Und das nicht nur für die Berliner Charité, wo Studienanfänger – wie zuletzt im Oktober berichtet – schwere Missstände beklagen. Verzweifelte Kommentare kommen ebenso aus den Uniklinika in Hannover und Bonn. Auch aktuell berichtet der Tagesspiegel: Read the rest of this entry »

Zahnpastatest: oder wie stümpferhaft Stiftung Warentest bei Tests vorgeht

November 23, 2017 by

Zwei Pasten bekamen die Testnote “Mangelhaft”: das “Pflanzen Zahngel” von Weleda (5,67 Euro/100 Milliliter) und Biorepair (6,67/100 Milliliter). Beide Pasten enthalten kein Fluorid, das vor Karies schützt. Der Nutzen und die Sicherheit des Stoffes seien jedoch klar belegt, urteilt Warentest. Mögliche Vorwürfe, Fluorid erzeuge Krebs, ließen sich “wissenschaftlich nicht halten”. Daher wurden die Pasten abgewertet. Und deshalb gab es “mangelhaft”? Mit der gleichen Begründung kann Stiftung Warentest ein vegetarisches Restaurant mit mangelhaft bewerten, nur weil es kein Fleisch anbietet, Read the rest of this entry »

Meisterzwang ist auch für das Zahntechnikerhandwerk verfassungsgemäß

November 21, 2017 by

Der 4. Senat des Oberverwaltungsgerichts hat heute in einem Grundsatzurteil entschieden, dass der Meisterzwang für das Zahntechnikerhandwerk verfassungsgemäß ist. Read the rest of this entry »

Böse Zahnärzte – gute Zahntechniker

November 19, 2017 by

Liest man derzeit die diversen Pamphlete der Zahntechniker wie etwa die der Innung VdZi, so kommt man unweigerlich auf den Gedanken, dass jemand gerade dabei ist, eine Kriegserklärung umzusetzen.

Nein, nicht alle Zahnärzte sind böse, vor allem die nicht, die das machen, was ihnen der freundliche Mensch vom Labor zu tun vorgibt. Böse fängt dann an, wenn es so ein Landzahnärztlein wagt, sich ein Praxislabor zuzulegen, denn dann gehört er unweigerlich zur dunklen Seite der Macht. Read the rest of this entry »

Urteil Frist versäumt: Krankenkasse muss zahlen

November 12, 2017 by

Kassen können fiktive Leistungsbewilligung nicht zurücknehmen. Das hat das Bundessozialgericht entschieden. Wenn Krankenkassen nicht fristgerecht über einen Leistungsantrag entscheiden, können sie die dann bestehende fiktive Genehmigung nicht später zurücknehmen. Das hat am Dienstag das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel zu zwei Anträgen auf Abdominalplastik entschieden.

Beide Klägerinnen hatten massiv an Gewicht verloren. Ihre Ärzte rieten ihnen daher zu einer Bauchstraffung. In einem Fall hatte die Patientin, im anderen die Ärztin eine Kostenübernahme beantragt.

Laut Gesetz haben die Krankenkassen drei Wochen Zeit, einen solchen Antrag zu bearbeiten. Holen sie ein Gutachten des Medizinischen Dienstes ein, sind es fünf Wochen. Andere Verzögerungsgründe sind möglich, aber nur mit Information des Versicherten.

Hier hatte die Kasse die Anträge verspätet abgelehnt. Laut Gesetz gelten sie dann dennoch als fiktiv genehmigt. Noch bevor die Versicherten auf dem OP-Tisch lagen, nahm die Kasse jedoch die fiktiven Genehmigungen wieder zurück. Dolch das ist unzulässig, urteilte das BSG.

Die Rücknahme einer begünstigenden Entscheidung sei nur zulässig, soweit sie rechtswidrig war. Das aber sei bei der gesetzlich bestimmten fiktiven Genehmigung von vornherein nicht der Fall. Zudem würden sonst vermögende Versicherte bevorzugt, weil sie in Vorleistung treten und danach Erstattung verlangen können. (mwo)

Urteil des Bundessozialgerichts:

Az.: B 1 KR 15/17 R und B 1 KR 24/17 R

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AOZ: Bundesrat blockiert Reform

November 6, 2017 by

Der Bundesrat hat am Freitag die Novellierung der 62 Jahre alten Approbationsordnung für Zahnärzte gestoppt. Die seit Jahren überfällige Reform der zahnärztlichen Approbationsordnung, die im August vom Bundesgesundheitsministerium vorgelegt worden war, ist am Freitag in der Länderkammer zunächst gescheitert. Zwar hatte der Gesundheitsausschuss des Bundesrates die Zustimmung empfohlen, dem standen aber ablehnende Stimmen des Finanz- und des Kultusausschusses gegenüber. Read the rest of this entry »

Häusliches Arbeitszimmer: Personenbezogene Ermittlung

October 20, 2017 by

nachdem sich beim  Thema “Arbeitszimmer im Privathaus” lange Zeit nichts beweg hat, hat der Bundesfinanzhof (BFH) die bisher geltenden Regelungen zum Nachteil der Steuerzahler wieder aufgehoben und neu entschieden: Nutzen mehrere Steuerpflichtige ein häusliches Arbeitszimmer gemeinsam, ist die Höchstbetragsgrenze von 1.250 € personenbezogen anzuwenden, so dass jeder von ihnen seine Aufwendungen hierfür bis zu dieser Obergrenze einkünftemindernd geltend machen kann. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit zwei Urteilen vom 15. Dezember 2016 VI R 53/12 und VI R 86/13 entschieden und dabei seine Rechtsprechung zu § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zugunsten der Steuerpflichtigen geändert. Read the rest of this entry »