Posts Tagged ‘DZW’

Zurück zur Zahn-„Heilkunde”

March 18, 2009

Oft haben Krisen – dem griechischen Wortursprung „Entscheidung“ folgend –, also Zeiten, in denen es um Wandlungen für die Zukunft geht, auch etwas Gutes an sich. Die globale Finanzkrise und die entsprechende Wirtschaftskrise im Gefolge mit steigender Arbeitslosigkeit geht auch an der Profession des Zahnarztes nicht spurlos vorbei. In den USA haben die privaten Praxen mit einem seit einem Vierteljahrhundert unbekannten Einbruch der Patientenzahlen von 30 Prozent und mehr zu kämpfen. (more…)

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“Keine Vernunft mehr, nur noch Politikgetöse”

March 5, 2009

von dzw- Chefredakteur Jürgen Pischel

Zuerst Europa- und dann Bundestagswahlen stehen vor der Tür – und schon geht jeglicher Realitätsbezug in den Statements der Politiker zu Sachdifferenzen verloren, bare Vernunft muss populistischem Politgetöse weichen. Besonders arg treibt es dabei die bayerische Landesregierung, die mit der FDP als Koalitionspartner und den Freien Wählern im Nacken vor allem um den Einzug ins Europaparlament – wegen der bundesweit zu erfüllenden Fünfprozentklausel – fürchten muss. (more…)

KZBV – man gönnt sich einfach mehr Geld

November 28, 2008

Interessanter Kommentar von Chefredakteur und Mitherausgeber Jürgen Pischel in der DZW:

Der Zahnarzt bekommt als „Vertragszahnarzt“ von seiner Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) aus den von ihm am GKV-Versicherten erbrachten Leistungen immer weniger Geld. Nicht nur wegen der alljährlich kläglich ausfallenden Bema-Punktwertanhebung, die längst nicht der Höhe der Preissteigerung entspricht, also nicht einmal einen Inflationsausgleich bringt, sondern auch aufgrund der Regelungen der Budgetierung. (more…)

ZM-Studium kann keine berufsfähigen Absolventen mehr hervorbringen

November 11, 2008

DZW-Interview
mit DGP-Präsident Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf – Approbationsordnung
vom Wissensstand der 50er Jahre geprägt – Parodontologie mit engen
Wechselbeziehungen zur Medizin

 

DZW:
Sie haben auf der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft
für Parodontologie in Nürnberg anlässlich der Verleihung der Urkunden
an die neuen und rezertifizierten „Spezialisten Parodontologie“
kritisiert, dass der von der DGP dringend geforderte Fachzahnarzt für
Parodontologie wieder in weite Ferne gerückt sei, und zugleich
angemerkt, dass alle Anstrengungen unternommen werden müssten, auch die
Ausbildung in der Parodontologie während des Studiums unbedingt zu
verbessern. Wie sind der theoretische Wissensstand und die praktischen
Erfahrungen junger Zahnärzte am Ende des Studiums aus Ihrer Erfahrung
heute?

Dr. Ulrich Schlagenhauf

Prof.
Dr. Ulrich Schlagenhauf: Hier ist wenig Positives zu berichten. Zum
einen wird das Zahnmedizinstudium leider immer noch durch eine
mittlerweile völlig veraltete zahnärztliche Approbationsordnung
bestimmt, deren curriculäre Schwerpunkte vom Wissensstand und den
Krankheitsproblemen der 50er Jahre geprägt sind. Dies führt
beispielsweise dazu, dass an etlichen universitären Standorten
Patienten für die prothetischen Behandlungskurse händeringend gesucht
werden und mancher frisch examinierte Zahnarzt ebenso aufgrund des
Mangels an geeigneten Patienten weniger als zwei Zähne im Rahmen seines
Studiums extrahieren konnte, während etwa die parodontale Erkrankung
vieler universitärer Patienten aufgrund fehlender personeller und
räumlicher Ressourcen unbehandelt bleibt.

DZW:
Die diesjährige Jahrestagung der DGP in Nürnberg stellte den
Zusammenhang zwischen oraler Gesundheit und Allgemeingesundheit in den
Mittelpunkt und hat mit diesem Thema offensichtlich auch das Interesse
der Zahnärzte geweckt, wie die Resonanz zeigte. Was war für Sie im
Nachhinein gesehen die Botschaft, die Sie selbst von dieser Tagung
mitgenommen haben?

Schlagenhauf:
Der Nürnberger Kongress hat allen Beteiligten bestätigt, dass
parodontale Erkrankungen sehr viele Gemeinsamkeiten und Interaktionen
mit anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen im Bereich der
Allgemeinmedizin aufweisen. Weitere Forschungsanstrengungen zur
Verbesserung der Therapie parodontaler Erkrankungen sollten daher
unbedingt in enger Kooperation mit den Kollegen aus der
Allgemeinmedizin erfolgen. Zudem belegten viele Vorträge der Nürnberger
Tagung, dass schon jetzt gerade bei multimorbiden Patienten eine
Intensivierung des Dialogs zwischen Arzt und Zahnarzt den ärztlichen
wie zahnärztlichen Therapieerfolg wesentlich verbessern kann.

DZW: Welche Themen, Thesen oder Erkenntnisse sind für die tägliche zahnärztliche Praxis von besonderer Bedeutung?

Schlagenhauf:
Nürnberg zeigte, dass eine langfristig erfolgreiche zahnärztliche
Therapie, die den Anspruch hat, über einen bloßen Reparaturbetrieb
hinauszugehen, ohne profunde Kenntnisse des Zustands der
Allgemeingesundheit des Patienten nur in seltenen Ausnahmefällen
möglich sein wird. Zukünftige Fortschritte in den verfügbaren
Therapiemöglichkeiten sind nicht etwa in der Optimierung der
Abtragsleistung eines Scalers zu suchen, sondern im verbesserten
Verständnis der zugrunde liegenden Entzündungsprozesse. Dies wird
zwangsläufig die Zahnheilkunde stark an die Allgemeinmedizin annähern.

(Artikel gekürzt)

Die Diskussion um den Allgemeinzahnarzt geht weiter

July 1, 2008

Eine unkommentierte Wiedergabe eines Kommentars von Karl-Heinz-Kimmel aus der DZW findet man im Dentalen Blog. Wir wollen erstmal nicht daraus zitieren, sondern Stellung beziehen:

Kimmel berichtet über die Entwicklung in anderen Ländern – vom Allgemeinarzt zum Urlogen und macht m. E. den entscheidenden Fehler, diese Entwicklung 1:1 auf die Zahnmedizin umzusetzten. Da aber der Zahnarzt ja schon ein Facharzt ist, wird dieser nun weiter Filetiert. Würde man dies wieder auf die gesamte Medizin zurücksetzten, müsste man einen Facharzt fürs rechte Auge und fürs Linke, einen Urlogen für den weiblichen Trakt und einen für die Hoden kreieren. Irgendwann haben wir dann den menschlichen Körper in ein Arbeitsfeld für 1000 verschiedene Fachdisziplinen aufgeteilt und führen damit das ganze Facharztwesen ad absurdum.

Ansonsten will ich mich nach der Lektüre des Textes fragen: lieber netter Opa Kimmel, was willste uns denn nun eigentlich mit Deinem Kommentar sagen?