Professor Heidemann wird ChKM nicht länger ungestraft als kanzerogen bezeichnen

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melden heute die ADP-Medien als Vorabdruck aus dem Niedersächsischen Zahnärzteblatt (NZB) Nr. 7/2009 mit freundlicher Genehmigung des Autors. Ganz schön peinlich, meine Herren Professoren. Sind doch die niedergelassenen Zahnärzte aus der Sicht eines omnipotenten deutsch-dentalen Hochschullehrers in der Regel kurz vor dem Schwachsinn stehend, so scheint derzeit über den Gegenwind nicht allzu erfreut. Professor Dr. Detlef Heidemann, Leiter der Abteilung für Zahnerhaltung im Zentrum der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Goethe-Universität Frankfurt am Main, wird in Zukunft nicht mehr „behaupten, dass der in der „Prof. Walkhoff´s ChKM Lösung“ enthaltene Inhaltsstoff Chlorphenol zu den von der IARC als Kanzerogene der Klasse 2 B eingestuften Chlorphenolen gehört“. Dies bestätigte der Inhaber der Firma Haupt, Herr Dipl.-Kfm. Jürgen K. Richter in einem Telefonat gegenüber unserer Redaktion.

Die Firma Haupt als Hersteller der original „Prof. Walkhoff´s ChKM Lösung“ sah sich durch öffentliche Äußerungen Professor Heidemanns über ein angeblich vorhandenes Kanzerogenitätspotential dieses potenten Wurzelkanaldesinfektionsmittels in ihren Geschäften geschädigt und verklagte den Frankfurter Kons-Professor auf Unterlassungserklärung. Professor Heidemann, immerhin jahrelang Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) und z.B. immer noch im zweiköpfigen wissenschaftlichen Beirat der „zm“ und dem nationalen Beirat der „DZZ“ tätig, konnte (oder wollte?) sich auf das anwaltliche Schreiben der Firma Haupt hin nicht so recht an das erinnern, was er über die „Prof. Walkhoff´s ChKM Lösung“ vor über 200 Zeugen anlässlich des akademischen Disputs zwischen ihm und dem Münchner Zahnarzt Dr. Dr. Rüdiger Osswald im Februar 2009 gesagt hat. Erst die Androhung einer hohen Geldstrafe verhalf zu einer besseren Gedächtnisleistung. Und die dann von Professor Heidemann erfolgte Unterzeichung einer sog. strafbewehrten Unterlassungserklärung wird sicherlich für Nachhaltigkeit in diesem Punkt sorgen. lr

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4 Responses to “Professor Heidemann wird ChKM nicht länger ungestraft als kanzerogen bezeichnen”

  1. Spielor Says:

    Wow. 😮

    spielor.wordpress.com

  2. xy Says:

    klar

  3. xyz Says:

    Naja, im Tierversuch wurde tatsächlich eine Kanzerogenität nachgewiesen. Sogar die Erlaubnis, CHKM als Arzneimittel zuzulassen, beruhte auf den “jahrelangen positiven Erfahrungen” der zahnärztlichen Zunft, und wurde nicht üblichen toxikologieschen Untersuchungsreihen unterzogen.
    Es wird langsam Zeit, ein möglicherweises obsoletes Mittel einer richtigen pharmakologischen Prüfung zu unterziehen und sei es, um herauszufinden, dass es unbedenklich ist. Im Mittelpunkt sollte der Vorteil des Patienten stehen und nicht die Interessen der Produkthersteller…

  4. FK Says:

    Es wäre hilfreich wenn XYZ seine Thesen mit einer Quellenangabe der entsprechenden Studien versehen könnte.
    Ich bezweifle allerdings, dass es genannte Tierversuche gibt.
    Die kritische Substanz in CHKM ist Parachlorphenol. Es gibt allerdings Untersuchungen die genotoxische oder erbgutschädigende Wirkung von Parachlorphenol oder Parachlorphenolkampfer (CHK) widerlegen:
    • Chang et al. (1998) fanden keine genotoxischen Effekte von CHK auf humane Fibroblasten.
    • Da Silva et al. (2007) konnten keine DNA-Strangbrüche durch Parachlorphenol bei humanen peripheren Lymphozyten feststellen.
    • Ribeiro et al. (2004) konnten ebenfalls keine Schäden an der DNA von humanen Fibroblasten nach Kontakt mit Parachlorphenol finden.
    • Auch andere Phenolverbindungen konnten keine genotoxischen Effekte entwickeln (Chang et al. 2000)

    Eine weiterführende pharmakologische Prüfung wäre sicherlich wünschenswert, allerdings scheinen die Vertreter der Hochschulen daran nicht besonders interessiert zu sein.
    Vielleicht ist die Furcht zu groß Ergebnisse zu finden, welche die heutigen Lehrmeinungen widerlegen.

    Chang YC, Huang FM, Cheng MH, Chou LS, Chou MY. In vitro evaluation of the cytotoxicity and genotoxicity of root canal medicines on human pulp fibroblasts. J Endod. 1998 Sep;24(9):604-6.

    Chang YC, Tai KW, Huang FM, Huang MF. Cytotoxic and nongenotoxic effects of phenolic compounds in human pulp cell cultures. J Endod. 2000 Aug;26(8):440-3.

    Da Silva GN, De Camargo EA, Salvadori DM, Ribeiro DA. Genetic damage in human peripheral lymphocytes exposed to antimicrobial endodontic agents. Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol Endod. 2007 Aug;104(2):e58-61. Epub 2007 Jun 7.

    Ribeiro DA, Marques ME, Salvadori DM. Lack of genotoxicity of formocresol, paramonochlorophenol, and calcium hydroxide on mammalian cells by comet assay.
    J Endod. 2004 Aug;30(8):593-6.

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