Zahnentfernung 1960 bis heute

December 14, 2018 by

Ein Patient geht mit einem vergammelten Zahn zu seinem Zahnarzt:

1960:
Der Patient ist Fleischermeister und hält einen netten Plausch an der Anmeldung. Er bekommt im Behandlungszimmer eine Spritze. Danach wird der Zahn mit einer Zange gezogen. Er ist dankbar, schenkt dem Zahnarzt eine Wurst und geht danach wieder zur Arbeit.

1970:
Der Patient kann im Wartezimmer eine Tageszeitung lesen. Der Zahn wird ohne Umschweife entfernt. Der Patient geht am nächsten Tag wieder zur Arbeit.

1980:
Der Patient kann im Wartezimmer eine farbige Illustrierte lesen. Er wartet 45 Minuten. Der Zahn wird entfernt und die Wunde genäht. Er erhält ein Rezept über Ibuprofen, Amoxicillin und zur Nacht Vallium.

1990:
Patient muss beim Anruf in der Praxis angeben wie er versichert ist. Die Mitarbeiterin am Praxiseingang fragt ihn laut und deutlich ob er AIDS habe. Die Lesemappen im Wartezimmer sind abgegriffen, es läuft MTV auf einem Fernseher in der Ecke. Er wartet 1h Stunde. Der Zahn wird mit einer Zange gezogen, die Wunde vernäht. Er erhält kein Rezept.

2004:
Patient muss beim Anruf in der Praxis angeben wie er versichert ist. Die Mitarbeiterin am Praxiseingang fragt ihn laut und deutlich ob er AIDS habe und verlangt 10€ Praxisgebühr in bar. Sie stellt eine Quittung aus und vermerkt den Eingang in einem separaten Kassenbuch während das Telefon ununterbrochen klingelt. Nach 30 Minuten darf der Patient ins Wartezimmer. Es gibt nur die Apotheken Umschau zu lesen. Er wartet 2 Stunden. Danach folgt eine 15 minütige Aufklärung über die Risiken des Eingriffs.Der Zahn wird mit einer Zange gezogen, die Wunde vernäht. Er erhält ein Rezept für Ibuprofen mit 10€ Zuzahlung.

2018:
Patient muss beim Anruf in der Praxis angeben wie er versichert ist. Er gibt vor privat versichert zu sein und erhält sofort einen Termin. Die Mitarbeiterin am Praxiseingang händigt ihm einen zweiseitigen Anamnesebogen, die Datenschutzerklärung der Praxis, einen Einwilligungsbogen zur Datenverarbeitung, und ein Formular der privatärztlichen Abrechnung aus. Im Wartezimmer gibt es WLAN und ein IPad. Bei der Nutzung muss man erneut umfangreiche Zustimmungen abgeben. Das Ausfüllen der Formulare dauert zu lange um das IPad nutzen zu können. Der Patient wird in die painless Lounge gebeten. Dort folgt eine 35 minütige Aufklärung über die Risiken des Eingriffs und über die zu verwendenden Materialien. Danach erhält der Patient zu Klangschalenmusik eine computergesteuerte maschinelle Betäubung. Das Gerät dafür ist gewartet, validiert FDA zugelassen, mit CE Siegel und darf nur von einer Helferin mit bestandener Einweisung vorbereitet werden. Ein Behandlungszimmer gibt es nicht mehr. Der Patient betritt den OP für ambulante Operationen durch die Patientenschleuse und muss sich hierbei umziehen. Personal und Material gelangen in den OP über separate Schleusen. Der Ablauf wird von einem OP Koordinator optimiert. Der Patient wird er mit sterilen Einmaltüchern komplett abgedeckt, das OP Personal wäscht sich nach den Anweisungen des Hygieneplans und legt sterile Einmalkittel an.Der Zahn wird mit ca. 20 Instrumenten und einem Benex Extraktor minimalinvasiv entfernt. Ein Teil der Wurzel wird als socket shield belassen, zusätzlich wir mit Veganem Knochenersatzmaterial eine socket presevation durchgeführt. Die Wunde wird unter dem Mikroskop mit 0.8 Faden und socket punch vernäht. Der Patient erhält ein Rezept über eine Mundspülung, Ibuprofen und UNACID PD. Er hat selber sicherheitshalber schon Arnica eingenommen. Am Empfang bekommt er Kühlpacks mit Praxislogo und Implantatwerbung. Er wird für eine Woche krank geschrieben und darf 14 Tage keinen Sport treiben und 1 Woche keine Milchprodukte zu sich nehmen.
Zuhause bewertet der Patient den Zahnarzt auf Jameda mit einer 5 weil er das IPAD zeitlich nicht nutzen konnte und er 2 Minuten einen Parkplatz suchen musste. Die Privatärztliche Abrechnugsstelle stellt 279€ in Rechnung.

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