Archive for October, 2007

wer steckt hinter der ZAG?

October 31, 2007

ZAG bedeutet zahnärztliche Abrechnungsgesellschaft und ist angeblich eine Genossenschaft von Zahnärzten für Zahnärzte. Dass dort auch nicht alles so ganz koscher sein mag, könnte durch die Tatsache, dass kurzerhand der Vorstand ausgewechselt wurde, belegt werden.

Doch wer steckt dahinter? Sind es wirklich niedergelassene Zahnärzte oder sind das nur irgendwelche vorgeschobenen Pappkameraden? Wer hat soviel Geld in der Praxiskasse, um damit die Forderungen der Kollegen aufkaufen zu können? Können das tatsächlich ein paar Hansel – Verzeihung Zahnärzte bewerkstelligen, oder braucht es da nicht einen größeren Geldgeber in der Hinterhand?

Aber wer ist dieser geheime Sponsor? Nicht wenige vermuten, dass die ZAG insgesamt eine Unterorganisation des Freien Verbands ist, die sich mehr oder weniger als Krake der Zahnärzteschaft ausbreitet.

Irgendwie höchst suspekt die Organisationen, die sich um das Wohlergehen des Berufsstandes bemühen und dann immer wieder das Geschmäckle haben, eher dem eigenen Wohlergehen dienlich zu sein….

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Ahnungslosigkeit der Hochschullehrer oder…

October 30, 2007

…der  Zwist zwischen Implantologen, Endodontologen und Allgemeinzahnärzte:

Es sagt Dr. Dr. Rüdiger Osswald, Vorstandsmitglied und Geschäftsführer des Bundesverbands der Allgemeinzahnärzte:

“Schöne neue Welt: Zähne raus, Implantate rein, Zirkon drauf. Wofür braucht man eigentlich noch Zahnärzte? Implantieren kann der Chirurg, prothetisch versorgen der Zahntechniker. Die Wahrheit ist, dass die Therapie dem Geld folgt, und sich in der  Folge nur eine Minderheit für die Zahnerhaltung interessiert. Deshalb wurden Zähne fürher extrahiert oder beschliffen, um der Prothetik Raum zu verschaffen: Jeder natürliche Zahn stand einem künstlichen Zahn im Wege. Fortschritt findet natürlich statt, und dehalb heisst s heute: Jeder natürliche Zahn steht einem Implantat plus einem künstlichem Zahn im Wege.  as Problem ist allerdings, dass das alles überhaupt nichts mit Medizin zu tun hat. Da hat der Wissenschaftsrat in 2005 zweifellos die richtige Diagnose gestellt.

Die Misere liegt an derAhnungslosigkeit der Hochschullehrer. Die blasen ihre Fachbereicheimmer weiter auf und kommen sich in ihrem Spezialisierungswahn
allmählich vor, als seinen sie Vertreter großer medizinischer Fächer.Dabei sind sie Fachzahnärzte für Füllungen (ohne Wurzeln undMilchzähne), für Zahnfleischbehandlung, für Wurzelkanalsbehandlung,usw. Milchzahnärzte eben.

Natürlich kann man eine Verrichtung solange verkomplizieren undtechnisch überfrachten, bis sie endlich einen Spezialisten erfordert. Die Folge ist aber, dass die Kollegen regelrecht aus den Fortbildungen vertrieben werden, weil sie völlig realtitätsfern sind.
99 % der Fortbildung befasst sich mit 1% der Fälle. Der Wissenschaftsrat fordert die Zuwendung zur Medizin und diefachübergreifende synoptische Lehre im Sinne von Oralmedizin. DieHochschullehrer reagieren darauf mit einer Steiegerung des
Spezialisierungswahnsinns. Das passt nicht zueinander. Möglicherweisewäre es doch besser, wenn Zahnmedizin an der Fachhochschule landenwürde. Da scheinen mir die Leute einerseits pragmatischer undandererseits weniger verblendet.

die links zum

BVAZ

und zu

Rüdiger Osswald

Zahntourismus

October 29, 2007

ein eigenes Blog wirbt für Zahntourismus:

Zahnarzt im Ausland 

Warum Tauschgeschäfte ohne Geld an Grenzen stossen

October 29, 2007

 

 

 

 

Warum Tauschgeschäfte ohne Geld an Grenzen stossen – das beschreibt die NZZ.

Vor kurzem ist die erste Schweizer Plattform für Tauschgeschäfte im Internet aufgeschaltet worden. Work4Work bietet unter dem Motto «Leistungen tauschen, Freunde finden» die Möglichkeit an, kostenlos nach Gleichgesinnten zu suchen, die für den Austausch von Leistungen auch kein Geld in die Hand nehmen möchten. In einer Medienmitteilung werden Beispiele gegeben: Ein Zahnarzt übernimmt etwa die Zahnsanierung eines Gärtners, dieser legt dafür den Garten des Zahnarztes neu an. An der Art des Tausches ist an sich nichts Ungewöhnliches: In vielen Bereichen werden Leistungen ausgetauscht, ohne dass dabei Geld fliesst – Arbeit im Haushalt, Nachbarschaftshilfe, Freiwilligenarbeit, auch gewisse Formen der Schwarzarbeit. Als wirtschaftliche Tätigkeiten werden diese Leistungen meist allein deshalb nicht gesehen, weil sie nicht in die Berechnung des Bruttosozialprodukts einfliessen. Für die Promotoren scheint der Tauschhandel aber zusätzlich eine besondere «Wertschöpfung» zu haben: Es muss nicht auf das anrüchige Tauschmittel Geld zurückgegriffen werden. In gewissen Bereichen dürften die Menschen dies tatsächlich schätzen. Aber wollten sie genereller auf Geld als praktisches Tauschmittel verzichten? Die Probleme liegen auf der Hand: Wie viel Zahnfüllungen ist die Bepflanzung der Rosenbeete nun genau wert? Und was ist, wenn der Garten des Zahnarztes zu klein für die Dentalprobleme des Gärtners ist? Geldpreise setzen hier genau die Signale, die die Arbeitsteilung der Menschen so unglaublich produktiv gemacht haben.

Tausende Krankenschwestern drohen mit Massenkündigung

October 29, 2007

Tausende Krankenschwestern drohen mit Massenkündigung – interessanter Bericht aus Spiegel-Online

Streik war gestern: Finnlands Pflegekräfte setzen auf eine radikale Methode im Tarifstreit um mehr Gehalt. 13.000 drohen damit, alle am selben Tag zu kündigen. Stockholm – 13.000 Krankenschwestern und Pfleger – das ist nicht wenig in einem Land, das insgesamt nur 32.500 Schwestern und Pfleger hat. Vor allem, wenn genau diese 13.000 Krankenhausmitarbeiter beschließen, ihre Lohnforderungen mit einem ungewöhnlichen Mittel Nachdruck zu verleihen: Sie wollen nicht streiken, sondern gleich ganz kündigen – und das alle am gleichen Tag. Genau damit drohen derzeit die knapp 13.000 Krankenschwestern und -pfleger in Finnland, sollten ihre Forderungen im kommenden Tarifvertrag nicht erfüllt werden. Schriftlich haben sie sich deshalb verpflichtet, in diesem Fall am 19. November gleichzeitig zu kündigen.

Schwer war es für die Krankenpflegegewerkschaft “Tehy” nicht, unter ihren Mitgliedern Teilnehmer für eine Massenkündigung zu rekrutieren. Weil es in Finnland an Pflegepersonal fehlt, hat kaum eine Schwester Angst, die alte Stelle nach dem Tarifkonflikt nicht wiederzubekommen. “Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Wir waren ausreichend lange die lieben Mädchen”, sagt die 54-jährige Chirurgiekrankenschwester Gun Ward der Zeitung “Huvudstadsbladet” in Helsinki. Seit 20 Jahren arbeitet sie als Schwester. Ihr heutiger Nettomonatslohn liegt trotz großer beruflicher Verantwortung für Leben und Tod und langen Nachtschichten bei nur rund 1400 Euro im Monat. Sie ist kein Einzelfall – weswegen die schlecht bezahlten Krankenschwestern die Sympathie des Volkes mehrheitlich hinter sich haben.

Kein Wunder also, dass die Krankenhausverwaltungen im ganzen Land Panik kriegen: Sie warnen vor chaotischen Zuständen in finnischen Spitälern. Der gesamte Krankenpflegebereich, bis auf die lebensrettenden und lebenserhaltenden Abteilungen könnte völlig zum Erliegen kommen, warnen Krankenhausverwalter. Allein in der Hauptstadt Helsinki sollen laut Gewerkschaftsplan 25 Prozent der Krankenschwestern die Kündigung angedroht haben. In anderen Landesteilen soll der Anteil noch höher liegen.

Wahlversprechen: 540 Euro mehr Lohn im Monat

Private Pflegedienste sollen zwar für viel Geld die Lücken schließen, aber die knapp 13.000 in ihren Berufen sehr routinierten Pflegekräfte können sie nicht ersetzen. Das weiß auch die Arbeitgeberseite: Das Ganze sei unmoralisch, die Patientensicherheit sei durch eine solche Maßnahme in Gefahr, kritisiert sie deshalb. “Unsere Mitglieder arbeiten genau bis zum 19. November. Danach sind sie nicht mehr im Beruf tätig und dementsprechend auch nicht mehr in der Verantwortung”, kontert Gewerkschaftlerin Jaana Laitinen-Pesola die Vorwürfe kalt.

Für die erst im März dieses Jahres neu gewählte Mitte-rechts-Regierungskoalition unter dem liberalen Ministerpräsident Matti Vanhanen wird der Tarifkonflikt zur Feuerprobe: Denn einer der Gründe für die Unnachgiebigkeit der Krankenschwestern ist ein Wahlversprechen von Vanhanens konservativem Koalitionspartner, der Samlingsparti (Sammlungspartei). Die hatte versprochen, die Löhne bei einem Wahlsieg um stattliche 540 Euro im Monat zu erhöhen. Nun fordert die Gewerkschaft die Einlösung dieses Versprechens. Sie will 430 bis 650 Euro mehr pro Monat, zu realisieren innerhalb der kommenden zweieinhalb Jahre.

Dazu kommt: Die Arbeitgeber stehen der angedrohten Massenkündigung ratlos gegenüber. Hilflos fordern sie, dass sich jeder Beschäftigte persönlich ein Kündigungsschreiben einreicht – in der Hoffnung, dass sich einige das Ganze noch einmal überlegen. Die Gewerkschaft meint, das sei nicht nötig. Sie könne mit den bereits von ihren Mitgliedern eingeholten Vollmachten als Arbeitnehmervertretung Listen der kündigungswilligen Schwestern und Pfleger an die zuständigen Personalabteilungen der jeweiligen Krankenhäuser schicken.

Leere Drohungen

Die letzte Drohung der Arbeitgeber ist die Ankündigung, es werde keine automatische Wiedereinstellung nach Beendigung des Konfliktes geben, vor allem nicht genau in der gleichen Position. Wegen des großen Mangels an Personal gilt dies dem Pflegepersonal jedoch nur als leere Drohung. Denn der Arbeitskampf macht sich schon jetzt in den finnischen Krankenhäusern bemerkbar: Die Gewerkschaft hat ihren Mitgliedern verboten, Überstunden zu leisten oder sich auf neue Stellen zu bewerben.

Der Staat versucht nun, zwischen den Tarifparteien zu vermitteln. “Die Ausgangssituation für eine Einigung ist eher schwierig”, gab der staatliche Vermittler Juhani Samonius zu. Er will nun, nach zahlreichen Treffen mit beiden Tarifparteien, am 5. November ein erstes Angebot vorstellen. Die Zeit dafür wird knapp.

Modulares System der Fort- und Weiterbildung

October 28, 2007

die offizielle Stellungnahme der Bundeszahnärztekammer:
Die enge Verzahnung von Fort- und Weiterbildung durch Einführung eines modularen Systems der postgradualen zahnärztlichen Fort- und Weiterbildung wurde bei der letzten Vorstandssitzung der BZÄK diskutiert. Zu diesem Thema wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen BZÄK, DGZMK und VHZMK beschlossen. Ziel ist es dabei, eine bessere Transparenz und Durchlässigkeit aller Qualifizierungsangebote zu erreichen.

Die Vorschläge zu einem modularen System sollen auch während einer gemeinsamen Koordinierungskonferenz der Fort- und Weiterbildungsreferenten der Kammern Anfang November und dann auf der Bundsversammlung weiter diskutiert werden. Angesichts der professionspolitischen Brisanz des Themas ist eine breite Konsensfindung unerlässlich. (BZÄK)

unwürdige Studentenrituale

October 28, 2007

Studenten in Strumpfhosen ausgesetzt

Vor kurzem hatte Spiegel Online bereits schonmal über die seltsamen Aufnahmeritualen in Verbindungen und Burschenschaften berichtet:

Sie rochen streng und hatten Matsch im Gesicht, untenrum trugen sie nur Müllsäcke oder Nylon-Strumpfhosen. 13 frierende Holländer wurden nahe Dortmund ausgesetzt und sollten zurück nach Amsterdam finden. Das Aufnahmeritual einer Verbindung endete bei der Polizei. (…)

Studentenverbindungen: Zum Sex mit Hühnern gezwungen

October 28, 2007

über holländische Aufnahmerituale zu Studentenverbindungen berichtet Spiegelonline

Gedemütigt, ausgesetzt, blamiert (von Anne Huschka)

Auf Erstsemester in niederländischen Studentenverbindungen warten mal bizarre, mal rausame Aufnahmerituale. Laut Tierschutzbehörde sollen Studenten gezwungen orden sein, lebende Goldfische zu schlucken – und auch von Sex mit Hühnern ist die Rede.
Studentenvereinigungen – für viele Erstsemester in den Niederlanden sind sie der unkomplizierte instieg ins Studentenleben. Man lernt schnell viele Leute kennen, und es gibt immer etwas zu eiern. Eigentlich soll bei den Treffen die “gezelligheid” im Vordergrund stehen. Doch nach einem rsten Kennenlernen (“kennismakingstijd”) steht erstmal die “ontgroening” an – die “Entgrünung”
der neuen Mitglieder. abei unterziehen ältere Mitglieder die Kandidaten verschiedenen Prüfungen. Manchmal sind es infach lautstarke Späße über die neuen Studenten, manchmal aber auch brutale und rniedrigende Rituale – wie kürzlich in Delft, einer Stadt in Südholland, geschehen sein soll. Die Vorwürfe eines Vaters, dessen Sohn dort eine “ontgroening” abbrach, sind hart. Die aufnahmewilligen Erstsemester seien mit allen Mitteln schikaniert und gedemütigt worden, schreibt er in einer großen Zeitung.

“Zuchtbecken für Abu Ghreib”

Der Vater schildert das Programm so: Die Studenten hätten stundenlang im Eiswasser sitzen müssen und Schlafentzug bekommen; sie seien an den Handgelenken aufgehängt worden und hätten eine Woche im nassen Schlafsack liegen müssen. Außerdem seien sie gezwungen worden, mit einer brennende Kerze im Mund in einem Bierkasten zu sitzen und nach oben zu schauen.
Nach einer Woche habe ein total veränderter Sohn vor der Tür gestanden: “körperlich und mental gebrochen”. Das Delfter Studenten-Corps, dessen Altmitglied er ist, “ist ein Zuchtbecken geworden für Menschen, die sich in Abu Ghreib zu Hause fühlen würden”, so der Vater im Zeitungsartikel.
Begründet werden die Rituale mit der “Förderung des Gruppenzusammenhalts”. Es sind nicht die Opfer selbst, die sich an die Öffentlichkeit wenden. Was hinter den Türen der Vereinigungshäuser geschieht, ist geheim. Wer etwas “verrät”, dem drohen harte Repressalien.
Zu Geschlechtsverkehr mit Hühnern gezwungen?

“Wir haben es mit einer Schweigekultur zu tun, das macht es besonders schwierig”, sagte Jelko de Ruiter der Volkskrant. Er ist Sprecher der niederländischen Tierschutzinspektion, die derzeit besonders unappetitlichen Vorwürfen gegen eine Studentenvereinigung im Umfeld der Nyenrode Business University bei Utrecht nachgehen. Dort sollen Studenten bei einem Aufnahmeritual zu Sex mit Hühnern gezwungen worden sein: “Die Meldung, die uns gemacht wurde, klingt unglaublich, ist aber so detailliert, dass wir den Eindruck haben, dass so etwas vorgefallen sein
kann.” Wer sich geweigert habe, Geschlechtsverkehr mit einem Huhn zu haben, dem sei angedroht worden, dass das Tier ihm in die Weichteile hacke. Aufnahmewillige seien außerdem gezwungen worden, Stierblut zu trinken und mit einem abgeschnittenen Stierpenis in der Hose herumzulaufen. Eine Person aus dem nahen Umfeld eines Gedemütigten habe die Vorfälle gemeldet. Die Untersuchungen laufen. Bizarre Aufnahmeprüfungen gibt es bei Studentenvereinigungen auf der ganzen Welt. In vielen westlichen Kulturkreisen sind die häufig grausamen und erniedrigenden Rituale unter verschiedenen Bezeichnungen üblich, wie etwa in Polen (Fala), Italien (nonnismo) oder Brasilien Trote. In Frankreich sorgt die “Bizutage” in Frankreich immer wieder für Proteste; an US-Unis werden Bewerber bei Studentenverbindungen beim “Hazing” bisweilen mit Eiswasser übergossen,
mit Urin eingerieben oder erhalten Elektroschocks.
“Diese Menschen werden vielleicht unser Land steuern”
Aus den Niederlanden sind nicht ganz so drastische Rituale bekannt. So wurden vor einem Monat 13 frierende holländische Studenten nahe Dortmund ausgesetzt. Sie hatten Matsch im Gesicht, untenrum trugen sie nur Müllsäcke oder Nylon-Strumpfhosen. Ohne Geld und Papiere sollten sie Studenten zurück nach Amsterdam finden. Das Aufnahmeritual endete bei der Polizei – wie schon
im September 2005, als zwei Studenten ebenfalls ohne Geld, Ausweis und Hosen im nordrheinwestfälischen Anröchte ausgesetzt wurden. Auch sie sollten per Anhalter oder zu Fuß nach Amsterdam zurückkehren, eine Polizeistreife fischte die beiden am Straßenrand auf. Fie Beschuldigungen, die jetzt bekannt wurden, haben eine ganz andere Qualität. So sollen auch im Norden der Niederlande Tiere für “Willkommensrituale” missbraucht worden sein, bei denen Neumitglieder lebendige Goldfische schlucken mussten. In Amsterdam wurden zwei Zwergziegen
in einem Studentenhaus der Lanx-Vereinigung gefunden. Beide waren wegen falscher Fütterung in erbärmlichen Zustand, eine musste eingeschläfert werden. Woher die Ziegen kamen – das konnte oder wollte niemand sagen.
Jelko de Ruijter, den Sprecher der niederländischen Tierschutzinspektion, entsetzt das Schweigen, denn “es geht um gebildete Menschen, die vielleicht mal unser Land steuern werden”. Seine Behörde forderte in einem Schreiben alle Vereinigungen und die Amsterdamer Universitäten dazu auf, Tiere nicht für Willkommensrituale zu missbrauchen. Die TU Delft hat derweil Konsequenzen aus den in der Zeitung veröffentlichten Anschuldigungen gezogen. Nicht alle Vorwürfe des Vaters seien zutreffend. Doch man könne bestätigen, dass einige Studenten “physischer Gewalt und extremer Demütigung” ausgesetzt worden seien. Die TU sieht den guten Ruf der Universität beschädigt und kürzte den Willkommens-Etat für das Delfter
Studenten Corps um 36.000 Euro, ein Drittel der eigentlichen Unterstützung.

warum soviele Ärzte Deutschland verlassen

October 27, 2007

über Mediziner-Migration schreibt die Welt:

Warum so viele Ärzte Deutschland verlassen

Deutschlands Mediziner klagen über schlechte Bedingungen ihrer Arbeit. Laut Berufsverbänden verlassen deshalb immer mehr Ärzte ihre Heimat. Ein Zahnarzt berichtet auf WELT ONLINE, warum er in einer norwegischen Kleinstadt ein neues Leben anfängt.

 

Land der besseren Möglichkeiten: Viele Ärzte aus Deutschland erwägen, nach Norwegen auszuwandern

 

Land der besseren Möglichkeiten: Viele Ärzte aus Deutschland erwägen, nach Norwegen auszuwandern

Als Norweger geht Michael Kellner jetzt schon durch. Die blonden Haare, das rollende bayerische R, das auch das Norwegische kennt, das Funktionsjacken-Outfit: Wenn er norwegischen Boden betritt, wird der junge Zahnarzt aus Regensburg gleich dazu gehören. Dafür haben auch die Behörden des skandinavischen Landes gesorgt. Qualifizierte Einwanderer wie der 28-Jährige werden mit offenen Armen empfangen.

Deutschland tut sich dagegen schwer, wenn es um die Anwerbung ausländischer Spezialisten geht. Die aktuelle Diskussion um die Einführung der Blue Card zeigt es: Die Angst vor einer Überforderung des heimischen Arbeitsmarkts ist größer als die Vernunft. Längst fehlen der Industrie Ingenieure und Computer-Spezialisten. Auch von Medizinerschwemme kann nicht mehr die Rede sein. „In den nächsten Jahren werden viele Ärzte in Pension gehen, dann wird es sich rächen, dass zu wenig in die universitäre Ausbildung und in die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Ärzte investiert wurde“, sagt Günter Kau, Präsident des Bundesverbandes der Allgemeinzahnärzte.

Michael Kellner erinnert sich nicht gern an sein Studium in Regensburg. „Als Student bist du in der Klinik der letzte Depp. Die Professoren sind kritikunfähig und herrschsüchtig, dabei fachlich oft nicht einmal fit. Als Assistenzarzt ergeht es einem später genauso.“ Bald nach seinem Abschluss im vergangenen November hat sich Kellner überlegt, wie er ausbrechen könnte. Im März 2007 las er in den „Zahnärztlichen Mitteilungen“ ein Inserat. Norwegen suchte Leute wie ihn.

Doppelt so viel Gehalt wie in Deutschland

Von Steuererleichterung war die Rede, von 36-Stunden-Woche, Nebenverdienstmöglichkeiten, von einem Grundgehalt von 5000 Euro – das Doppelte eines Berufseinsteigers hierzulande. Seine Abenteuerlust und Neugier war geweckt. Ein Lebenslauf in englischer Sprache, Foto und Kopien der Zeugnisse, mehr war nicht verlangt. Schon Ende April wurde er mit 20 anderen nach Hamburg eingeladen, zum Informationstag mit Vertretern der Fylker. So heißen in Norwegen die Regierungsbezirke. „Ich hatte das Gefühl, dass man wirklich an mir interessiert war. Besonders die Vertreterin der Finnmark im höchsten Norden legte sich mächtig ins Zeug. Noch heute bekomme ich E-Mails von ihr, in denen es heißt: Wenn Sie kommen, kriegen Sie den Lohn, den Sie sich wünschen“, sagt Kellner.

Viele Regionen in Norwegen leiden unter der Abwanderung der Bevölkerung. Es ist eine Situation ganz ähnlich derjenigen in Ostdeutschland. Nur sind die natürlichen Bedingungen in Norwegen krasser. Ein halbes Jahr herrscht in der Finnmark absolute Dunkelheit. Doch Norwegen tut alles, um den Menschen in diesen Gebieten ausreichende medizinische Versorgung zu bieten, auch deshalb wird um deutsche Zahnärzte geworben.

 

 

Weiterführende links

 

 

Michael Kellner hat sich aber doch nicht für die Finnmark entschließen können. Die Fylke Møre og Romsdal ist es geworden. Die Region liegt an der Westküste. Dort gibt es Fjorde, Meer und Berge, wovon sich Kellner während eines dreitägigen finanzierten Besuchs überzeugen konnte. „Ich liebe es, auf Berge zu steigen. Gleich hinter der Küste beginnt das Gebirge. Außerdem mochte ich die kleine Klinik bei der Stadt Ålesund und fühlte mich gut aufgehoben. Die Zusage fiel mir am Ende leicht.“

Auch erfahrene Ärzte verlassen Deutschland

Es sind längst nicht nur Berufsanfänger wie er, die Deutschland verlassen. „Die größte Altersgruppe stellen Leute zwischen 30 und 35 Jahren. Wir haben aber auch erfahrene Ärzte um die 40 im Programm“, sagt Kirsti Lumban-Tobing, die im Auftrag des norwegischen Staats die Mediziner warb. „Die Flucht vor Stress ist eine der am häufigsten genannten Motivationen, warum jemand zu uns kommt. Wir sagen den Ärzten von Anfang an, dass sie sich für Behandlungen die Zeit nehmen sollen, die sie brauchen.“ Manche haben die Möglichkeit, Klinikräume anzumieten, um außerhalb ihrer gesetzlichen Zeiten Privatpatienten zu versorgen.

Was die Leute hält, ist auch das kollegiale Umfeld, egal ob Arzt oder Helferin, alle duzen sich. Pro Jahr vermittelt Kirsti Lumban-Tobing etwa 30 Deutsche nach Norwegen. „Deutsche sind als Fachkräfte geschätzt.“ 75 Prozent derjenigen, die sie im Laufe der Jahre nach Skandinavien holte, blieben. Von seinen Kollegen hat Michael Kellner nur Positives gehört: „Ich habe sechs deutsche Zahnärzte getroffen. Viele dachten, sie bleiben nur ein, zwei Jahre. Doch die Frau, die am kürzesten in Norwegen ist, lebt dort jetzt auch schon über vier Jahre.“

 

 

 

Am 26. Oktober beendet Michael Kellner seinen Norwegisch-Kurs in Berlin. Unterkunft, Sprachschule, Lebensunterhalt, alles wurde gezahlt. In einer Woche geht die Fähre. Seine Wohnung liegt

Bewährungsstrafe für Bombendrohung

October 26, 2007

SPIEGEL ONLINE – 25. Oktober 2007, 18:40
URL: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,513625,00.html

URTEIL GEGEN MEDIZIN-STUDENTIN

Bewährungsstrafe für Bombendrohung

Operationen wurden abgesagt, über 200 Menschen evakuiert. Das alles passierte nur, weil eine Zahnmedizin-Studentin Prüfungsangst hatte – und mit einem Bombenattentat auf die Heidelberger Uni-Klinik drohte. Sie wurde heute vom Landgericht verurteilt.

Sie wollte sich um eine Zahnmedizin-Prüfung drücken. Darum griff eine 31-jährige Studentin vor sechs Wochen zweimal zum Telefonhörer und drohte mit einem Attentat auf die Heidelberger Uni-Klinik. Das Landgericht Heidelberg verurteilte die Anruferin nun zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung. Die Studentin muss außerdem für die Einsatzkosten der Polizei in Höhe von rund 10.000 Euro aufkommen und 1000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen (AZ: 2 KLs 15 Js 18513/07).

“Ich habe wirklich Angst gehabt, zu versagen”, sagte die Angeklagte. Sie war bereits durch mehrere Prüfungen gefallen und hatte daher zunächst das Studienfach, dann auch mehrmals den Studienort gewechselt. Der Prüfung, die für den 11. September 2007 angesetzt war, fühlte sie sich nicht gewachsen.

Mehrere Operationen mussten abgesagt werden

Daher rief die Studentin am Tag der Prüfung in der Telefonzentrale der Heidelberger Universität an, verstellte ihre Stimme und sagte, es werde “etwas Schlimmes passieren”. Mittags wählte sie erneut die Nummer der Uni-Klinik und kündigte an, in einer halben Stunde werde im Krankenhaus eine Bombe explodieren.

Die Polizei schloss einen terroristischen Hintergrund zunächst nicht aus und sperrte den Zugang zur Klinik ab. Über 200 Patienten, Mitarbeiter und Besucher wurden aus der Klinik gebracht. Mehrere Operationen mussten abgesagt werden. Und das, worauf die Zahnmedizin-Studentin gehofft hatte, traf ein: Ihre Prüfung wurde auf den nächsten Tag verschoben.

Doch zum neuen Prüfungstermin konnte die 31-Jährige nicht erscheinen – selbst wenn sie diesmal gewollt hätte. Die Polizei machte die Telefonzelle ausfindig, aus der der erste Anruf kam. Beamte des Heidelberger Staatsschutzdezernats nahmen die Urheberin der Drohanrufe fest. Die Studentin kam in Untersuchungshaft.

“Ich hätte nie gedacht, dass das so ausufern würde”

Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten, Vortäuschen einer Straftat und Bedrohung – aufgrund dieser Taten wurde die Studentin schließlich verurteilt. “So eine Drohung ist keine Bagatelle”, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. Gerade als angehende Medizinierin hätte die Studentin wissen müssen, welche Auswirkungen ihre Drohungen auf den Klinikbetrieb haben.

Er meinte nicht nur die Evakuierung der Patienten. Durch die Drohungen der Studentin musste sogar eine Krebspatientin aus der Vollnarkose aufgeweckt werden. “Ich hätte nie gedacht, dass das so ausufern würde”, sagte die 31-Jährige bei der Verhandlung. Wegen ihrer “Tatreue” habe die Kammer die Verhängung einer Bewährungsstrafe “noch für ausreichend erachtet”, erklärte das Gericht. Das Urteil ist rechtskräftig.

kat/dpa/ddp